Bester RatRoland Mack: „Mehr als ein Schnitzel kann man nicht essen“

Roland Mack, Gründer und Inhaber des Europa-Parks in Rust
Roland Mack, Gründer und Inhaber des Europa-Parks in Rustdpa


„Ein guter Rat ist Gold wert.“ – Unternehmerpersönlichkeiten geben die Ratschläge preis, die für ihre Karriere besonders wichtig waren. Autor Frank Arnold hat sie in seinem Buch „Der beste Rat, den ich je bekam“ zusammengetragen. Capital veröffentlicht Auszüge


„Mehr als ein Schnitzel kann man sowieso nicht essen“, sagte mein Vater immer, und damit hatte er recht. Es ist wichtig, auf dem Boden zu bleiben und nicht abzuheben. Wir achten sehr darauf, immer auf Augenhöhe mit unseren Mitarbeitern und Besuchern zu sein.

Mit diesem Prinzip ist unser Familienunternehmen mittlerweile in der achten Generation erfolgreich. 1780 baute Paul Mack die ersten Postkutschen und Wagen für Schausteller, und 1975 habe ich zusammen mit meinem Vater Franz Mack den Europa-Park eröffnet. Mittlerweile exportiert Mack Rides Achterbahnen in die ganze Welt, und der Europa-Park ist mit über 4,5 Millionen Besuchern jährlich Deutschlands größter und beliebtester Freizeitpark und der größte saisonale Freizeitpark weltweit.

Mein Vater war ein bodenständiger Mann. „Wenn wir etwas machen, machen wir es richtig“, lautete seine Devise. Daran halten wir uns bis heute. Wir konzentrieren uns darauf, den Besuchern einen optimalen Erlebniswert zu bieten. Das bedeutet auch, dass wir jedes Jahr neue Attraktionen und Shows schaffen möchten.

Bei der Entwicklung neuer Bahnen oder Hotels steht die Qualität an erster Stelle. Wenn wir von einer Investition überzeugt
sind und die Machbarkeit geprüft wurde, achten wir nicht unbedingt auf jeden Cent, sondern planen die perfekte Umsetzung bis ins kleinste Detail. Kapriolen und Luftschlösser sind nicht 
unser Ding. Neue Attraktionen müssen Hand und Fuß haben.
 Wir packen selbst an und ziehen als Familie zielorientiert immer
 an einem Strang. Die kurzen Wege und die direkte Kommunikation sind sicher wertvolle Vorteile eines Familienunternehmens.
 Man muss stets diszipliniert sein und darf sich nicht auf Erfolgen ausruhen. Sonst kommt es schnell zum Stillstand. Um das hohe Niveau zu halten, das den Europa-Park ausmacht, legen
wir viel Wert auf Perfektion und Innovation. Ich habe von mei
nem Vater gelernt, dass man sich in allen Bereichen auskennen
muss. Wir möchten unseren Mitarbeitern schließlich immer
 mit Rat und Tat zur Seite stehen und mit gutem Vorbild vorangehen. Es geht nichts über gute Kenntnisse in der Praxis, trotz theoretischer Ausbildung. Es beeindruckte mich, dass mein Vater immer im Blick hatte, dass jedes kleinste Detail für das große Ganze und damit für den Erfolg des Unternehmens enorm wichtig ist. Wenn vor ihm 500 volle Flaschen standen, konzentrierte er sich auf die eine Flasche, die nur halb voll war. Er besaß
 die große Gabe, komplexe Dinge auf einfache Details herunterzubrechen. Das habe ich immer sehr bewundert.

Sein Rat, nie größenwahnsinnig zu werden und stets bescheiden zu bleiben, bestimmt noch immer unsere Unternehmenskultur. Nur mit
 viel Fleiß und Hingabe haben wir es geschafft, dass der Europa-
Park in diesem Jahr auf Platz zwei der TOP 100 Sehenswürdigkeiten in Deutschland noch vor dem Kölner Dom gewählt wurde – der Beweis dafür, dass sich Kontinuität, Bodenständigkeit und Innovation auszahlen. „Mehr als ein Schnitzel kann man sowieso nicht essen“ – dieser Satz hat mich geprägt. Wahrscheinlich ist die Bodenständigkeit das wichtigste Rezept für die andauernde Zustimmung und Zufriedenheit der Besucher.