Bester RatJürgen Fitschen: „Jeder ist Teil der Zukunft“

Jürgen Fitschen
Jürgen Fitschendpa


„Ein guter Rat ist Gold wert“ – Unternehmerpersönlichkeiten geben die Ratschläge preis, die für ihre Karriere besonders wichtig waren. Autor Frank Arnold hat sie in seinem Buch „Der beste Rat, den ich je bekam“ zusammengetragen. Capital veröffentlicht Auszüge


Diesmal: Jürgen Fitschen. Als Konsequenz auf einige Skandale während seiner Amtszeit, verzichtete er auf seine Boni und übernahm Verantwortung bei der Aufarbeitung der zahlreichen Vorfälle. Wie hat sich der Diplom Kaufmann nach oben gearbeitet? Hier kommt sein ganz persönlicher Rat.

„Neugier und Lernbereitschaft sind wesentliche Begleiter für ein erfolgreiches Berufsleben. Eine rasche Auffassungsgabe und ein komplexes Denkvermögen sollten hinzukommen. 

Beides kann trainiert und erlernt werden. In Veränderungen sollte man eine Chance sehen, diese Welt und die Zukunft (mit)gestalten zu können. Denn Zukunft geschieht nicht von allein: Jeder Einzelne ist Teil der Zukunft. Wer davor Angst hat, wird in unserer schnelllebigen Zeit keine Chance haben. Technischer Fortschritt und gesellschaftlicher Wandel in einer äußerst kompetitiven Umgebung erlauben keinen Müßiggang.

Dennoch ist nicht nur der Wandel wichtig, sondern auch Leitplanken setzende Tradition. Die Rückbesinnung auf die alten kaufmännischen Tugenden ist gerade in meiner Branche, der Finanzindustrie, von höchster Aktualität: Fairness gegenüber allen Geschäftspartnern, schonender und sparsamer Umgang mit den stets knappen natürlichen und finanziellen Ressourcen sowie ein korrekter und persönlich zugewandter Umgang mit den anvertrauten Mitarbeitern. Dies schließt im Zeitalter der Globalisierung eine offene Einstellung zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit in multikulturellen Teams ein – ja man muss Freude daran haben, sonst ist das Scheitern vorprogrammiert. Daher empfiehlt es sich, auch in jüngeren Jahren die nötigen Sprachkompetenzen – möglichst durch Auslandsaufenthalte – gepaart mit den geforderten fachlichen Fähigkeiten im Studium und in Berufspraktika zu erwerben.
 Kommen eine ausgeprägte Bereitschaft zur Leistung, gesunder Menschenverstand und soziales Verantwortungsbewusstsein hinzu, vermag man auch Dritte zu überzeugen. Dann sollte man sich aber auch nicht scheuen, seinen Standpunkt, seine wohlabgewogene Meinung in angemessener Form in die Entscheidungsfindung einzubringen. Der berufliche Erfolg wird dann nicht ausbleiben.“