Bester RatKlaus-Michael Kühne: „Schuster, bleib bei deinen Leisten“

Klaus-Michael Kühne
Klaus-Michael Kühne dpa


„Ein guter Rat ist Gold wert“ – Unternehmerpersönlichkeiten geben die Ratschläge preis, die für ihre Karriere besonders wichtig waren. Autor Frank Arnold hat sie in seinem Buch „Der beste Rat, den ich je bekam“ zusammengetragen. Capital veröffentlicht Auszüge


„Ein guter Rat ist Gold wert.“ – Unternehmerpersönlichkeiten geben die Ratschläge preis, die für ihre Karriere besonders wichtig waren. Autor Frank Arnold hat sie in seinem Buch „Der beste Rat, den ich je bekam“ zusammengetragen. Capital veröffentlicht daraus regelmäßig Auszüge. Heute: Klaus-Michael Kühne

„Mein bester Ratgeber war mein Vater, der mich schon in sehr jungen Jahren von seinen Erfahrungen profitieren ließ. Das war zunächst nicht immer einfach, denn ich beurteilte manche Dinge anders als er und wehrte mich gegen den Gedanken, keine eigenen Erfahrungen sammeln zu können, sondern auf diejenigen des „alten Herrn“ hören zu müssen.

Nachträglich muss ich zugeben, dass mein Vater in vielerlei Beziehung recht behielt. Das galt ganz besonders für den Grundsatz „Schuster, bleib bei deinen Leisten“.
 Unser Erfahrungsaustausch war vor allem durch die Geschehnisse in dem von meinem Großvater gegründeten und von meinem Vater stark ausgebauten eigenen Unternehmen geprägt, in dem ich schon sehr früh Verantwortung übernahm.

Mein Vater legte Wert darauf, nur diejenigen Geschäfte zu machen, in denen wir uns wirklich auskannten, und nicht das Heil in anderen Wirtschaftsbereichen zu suchen. So bekannte er sich vor allem zum Grundsatz lupenreiner Neutralität im Logistikgeschäft, in dem wir Dienstleistungen für alle Teile der Wirtschaft erbrachten. Niemals sollten wir unsere Kunden enttäuschen, indem wir unser Wissen über deren Transportbedarfe, Vertriebswege und andere Prozesse an Dritte weitergaben oder uns gar selbst in Handels- oder Industriegeschäfte einschalteten. Wir sollten uns als Treuhänder unserer Kunden betrachten, deren Vertrauen wir durch strikte Neutralität zu rechtfertigen hatten.

An diesen Grundsatz hat sich mein Unternehmen bis heute gehalten. Später habe ich oft über das nachgedacht, was mir mein Vater in vielerlei Hinsicht an Erfahrung vermittelt hat. Auch wenn ich damals nicht immer auf seine Ratschläge hören wollte, so habe ich mich später gern daran erinnert und bin zu der späten Einsicht gelangt, dass er mir sehr gesunde Ansichten mit auf den Weg gegeben hat.“