Beste ArbeitgeberOHB - Bremer Urgestein

Produktion bei OHB Systems
Produktion bei OHB Systems

Damals, 1981, weiß Christa Fuchs noch nicht, wie gut der Ausdruck „Raketenhafter Aufstieg“ passt: Sie wird Teilhaberin der kleinen, fünf Mitarbeiter starken Firma Otto Hydraulik (OHB) in Bremen. Der Familienbetreib repariert elektrische und hydraulische Schiffssysteme für die Bundeswehr. Nach nur einem Jahr übernimmt Christa Fuchs die unternehmerische Führung und holt ihren Mann dazu – Manfred Fuchs, damals Manager bei Mbb Erno (heute Airbus). Fortan steigt das Unternehmen ins Raumfahrtgeschäft ein, betreibt Mikrogravitationsforschung, leistet bald Beiträge zu großen Raumfahrtmissionen wie Spacelab, D2 und MIR 92.

2001 dann der Börsengang – als erster Raum- und Technologiekonzern Deutschlands. Vom mittelständischen Raumfahrt-Zulieferer wagt die Geschäftsführung jetzt den Schritt zum Systemanbieter für Satelliten, bekommt von der Bundeswehr den Zuschlag für das Aufklärungssystem SAR-Lupe. Und es soll noch weiter gehen, noch höher hinaus: Das Unternehmen steigt ins Geschäft der Startraketen und Teleskope ein, gründet ein luxemburgisches Tochterunternehmen, expandiert in weitere europäische Länder.

In diesem Jahr wurde die OHB System AG, eine Tochtergesellschaft der OHB SE, von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA als Hauptauftragnehmerin für die Mission CO2M ausgewählt – diese Mission beinhaltet die Copernicus-Satelliten, die die weltweiten anthropogenen CO2-Emissionen messen werden und damit eine wesentliche Rolle für die Untersuchung der Ursache des Klimawandels und dessen Überwachung nehmen.

OHB hat heute weltweit rund 2760 Mitarbeiter, gilt als vorbildlicher Ausbildungsbetrieb und Top-Arbeitgeber für Ingenieure. Im Wettbewerb um die besten Fachkräfte wirbt das Unternehmen unter anderem mit Weiterbildungsprogrammen, umfangreichen Gesundheitsangeboten und Deutschkursen. Für die Uni Bremen stiftete das Unternehmen 2012 eine Raumfahrtprofessur. Die blieb in Wissenschaftskreisen allerdings umstritten – schließlich verdiene das Unternehmen sein Geld auch mit Rüstungsgeldern, und die Hochschule verpflichte sich laut Zivilklausel dazu, nur zu zivilen Zwecken zu forschen. OHB bleibt gelassen: Weniger als fünf Prozent seiner Aufträge stammten vom Militär – damit verstehe man sich nicht als Rüstungskonzern.


Für das Ranking „Attraktivste Arbeitgeber der Stadt“ hat Statista 3200 Arbeitgeber aus 25 Städten ausgewählt – und die Arbeitnehmer vor Ort abstimmen lassen. Rund 13.600 Arbeitnehmer, die entweder in den jeweiligen Städten oder in einem Umkreis von 25 Kilometern wohnen, haben im März 2020 an der Befragung teilgenommen. Sie bewerteten dabei nicht nur ihren eigenen Arbeitgeber, sondern konnten auch Bewertungen für andere lokale Firmen abgeben. Die Befragten beurteilten auch, ob Unternehmen am Standort sowohl wirtschaftlich als auch für gemeinnützige Zwecke aktiv sind – und ob sie gegenüber den eigenen Mitarbeitern und Geschäftspartnern sozial verantwortlich handeln. Die kompletten Ergebnisse finden Sie hier.