Adidas-CEO Rorsted Frauenförderung: „Ich möchte die Bewegung lieber steuern als hinterherzulaufen“

Kasper Rorsted, CEO Adidas, und  Marina Moguš, Geschäftsführerin Zentraleuropa Adidas im Interview mit Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar beim Junge-Elite-Gipfel
Kasper Rorsted, CEO Adidas, und Marina Moguš, Geschäftsführerin Zentraleuropa Adidas im Interview mit Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar beim Junge-Elite-Gipfel
© Capital
Wer Erfolg haben will, muss das gesamte Potential seines Teams nutzen. Um dabei mehr Frauen ins Boot zu holen, setzt Adidas dafür seit Jahren auf ein Mentorenprogramm. CEO Kasper Rorsted spricht beim Junge-Elite-Gipfel über den Erfolg des Programms

Adidas-CEO Kasper Rorsted ist fest davon überzeugt, dass Frauenförderung sinnvoll ist. Wer gewinnen wolle, müsse als Chef das gesamte Potential eines Teams nutzen, sagte Rorsted beim „Junge Elite Gipfel“ des Wirtschaftsmagazins Capital. „Wenn das Team nicht ausgeglichen ist, gibt es eine große Wahrscheinlichkeit, dass man nicht das gesamte Potential nutzt“, erklärte der Manager bei seinem via Livestream übertragenen Auftritt.

Bei Adidas hat Rorsted deshalb kurz nach seinem Amtsantritt 2016 ein Mentorenprogramm für weibliche Führungskräfte aufgesetzt. „Ich habe gesagt, diese Bewegung kommt und ich möchte sie lieber steuern als hinterherzulaufen“, erklärte Rorsted. „Das habe ich als Riesen-Opportunität gesehen.“

Im Rahmen des Programms coacht und begleitet Rorsted drei weibliche Führungskräfte für je anderthalb Jahre. Eine seiner Mentees, die Geschäftsführerin Zentraleuropa Marina Moguš, hat Capital in diesem Jahr zu einer der „Top 40 unter 40“-Preisträger gekürt. Bei der Veranstaltung lobte Moguš die Möglichkeit, „jemanden wie Kasper an meiner Seite zu haben, der mir richtige und wichtige Fragen stellt“.

Auch er habe aus dem Programm Vorteile gezogen, sagte Rorsted: „Dadurch wusste ich auch mehr, was im Unternehmen los war.“ Durch das Mentorenprogramm habe das Thema Frauenförderung einen neuen Stellenwert im Konzern erhalten, so Moguš. „Es ist unglaublich viel passiert und man hat jetzt Vorbilder als Frau.“

Junge-Elite-Gipfel: „Macht! Jetzt! Was?“

Jedes Jahr kürt Capital die vielversprechendsten Top-Talente und Nachwuchskräfte aus Unternehmen, Management, Politik und Gesellschaft zu den „Top 40 unter 40“. Wie sich die großen Aufgaben dieser Zeit anpacken lassen, darüber diskutieren die Preisträger am Freitag beim „Junge-Elite-Gipfel“. In diesem Jahr findet die Konferenz unter dem Titel „Macht! Jetzt! Was?“ und unter 2G-plus-Bedingungen statt.

In Workshops und Panels tauschen sich die Teilnehmer aus, zum Beispiel über die Frage, welche Hebel im Kampf gegen den Klimawandel umgelegt werden müssen, wie sich Demokratie und Verwaltung modernisieren lassen und auf welchem Weg Deutschland vom digitalen Nachzügler zum digitalen Vorreiter werden kann.

Gleichzeitig ist der Austausch der „Top 40 unter 40“-Preisträger ein wichtiger Bestandteil des Gipfels. Die Idee dahinter: Silodenken aufbrechen und kreativen Austausch zwischen verschiedenen Welten ermöglichen. Denn im Alltag haben die Gekürten aus Ministerien und Start-ups, Kultur und Politik, NGOs und Wissenschaft nicht zwangsläufig Berührungspunkte. Die gegenseitige Vernetzung auf dem „Junge-Elite-Gipfel“ soll das ändern – und im Idealfall für ganz neue Impulse für unsere Gesellschaft sorgen.

Eine Übersicht über alle Preisträger der diesjährigen „Top 40 unter 40“ finden Sie auf Capital+:


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