Beste AusbilderDeutsche Hospitality: nur für Personal

Ulrich Bensel, Personalchef der Deutschen Hospitality, mit Nicola Wegener im Empfangsbereich des Steigenberger Airport Hotels in Frankfurt
Ulrich Bensel, Personalchef der Deutschen Hospitality, mit Nicola Wegener im Empfangsbereich des Steigenberger Airport Hotels in Frankfurt Katrin Binner

Zehnte Etage, eine Tür mit der Nummer 1000: Nicola Wegener zieht eine Karte aus ihrer Jackentasche und öffnet die Präsidentensuite des Steigenberger Airport Hotels am Frankfurter Flughafen. Flauschiger Teppich, dunkle Möbel, eine frei stehende Wanne mit Blick auf die Skyline und den Taunus. Hier residieren gewöhnlich Staatsoberhäupter aus dem Ausland mit ihren Delegationen, Stars oder wohlhabende Familien samt Entourage und Sicherheitspersonal.

„Es hat mich von Anfang an gereizt, dass ich hier hinter alle Türen schauen darf“, sagt die 21-Jährige. Sie hatte sich vor drei Jahren zunächst für ein einjähriges Praktikum beworben. Damit wollte sie ihre Fachhochschulreife nachholen, nachdem sie durchs Abitur gefallen war.

Ihre Bewerbung landete in der Personalabteilung der Deutschen Hospitality, einem der führenden deutschen Hotelkonzerne, zu dem 130 Häuser der Marken Steigenberger, Intercity Hotel, Maxx by Steigenberger, Jaz in the City und Zleep Hotels gehören.

Nicola ­Wegener hat ihre Aus­bildung im Juni abgeschlossen, Foto: Kathrin Binner
Nicola ­Wegener hat ihre Aus­bildung im Juni abgeschlossen, Foto: Kathrin Binner

Die Recruiter, die wie alle Kollegen in der Branche ständig auf der Suche nach Nachwuchskräften sind, nutzten die Chance und boten Wegener schon im ersten Vorstellungsgespräch eine Ausbildung zur Hotelfachfrau an. „Ich hatte bis dahin überhaupt nichts mit Hotellerie am Hut“, erzählt Wegener. „Aber schon nach meiner zweiten Praktikumswoche in der Bankett-Abteilung war ich schockverliebt in diese neue Welt.“

Das Steigenberger Airport Hotel gehört mit 570 Zimmern und einem großen Veranstaltungsbereich für bis zu 1000 Gäste zu den größten und umsatzstärksten der Kette. Auch während der Corona-Pandemie ist es als eines von drei Häusern des Konzerns die ganze Zeit offen geblieben. Durch die Flughafennähe gab es ein paar Buchungen von Geschäftsreisenden und Flugzeugcrews. Nicola Wegener hat in der Zeit am Empfang gearbeitet: „Ich habe mir die Schichten manchmal nur mit einem Vorgesetzten geteilt und durfte viele Entscheidungen selbst treffen.“

Gleichzeitig blieb ihr etwas mehr Zeit zum Lernen für ihre Abschlussprüfung. Und schon bevor das Ergebnis feststand, boten ihr die Talentförderer der Personalabteilung einen neuen Vertrag an: Anfang September hat sie ihr berufsbegleitendes Studium in Business Administration begonnen. Daneben arbeitet sie nun in der IT-Abteilung der Konzernzentrale mit dem neuen chinesischen Investor in Schanghai an den Digitalsierungsprojekten des Konzerns. Ihr Abschlusszeugnis ziert nebenbei eine 1,0. Im Konzern könnten sich künftig noch einige Türen für sie öffnen.

 


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