Junge Elite Das sind die Shutdown-Routinen der Top 40 unter 40

Nominierte der Top 40 unter 40 beim Junge-Elite-Gipfel 2019
Nominierte der Top 40 unter 40 beim Junge-Elite-Gipfel 2019
© Monika Hanfland
Die Corona-Krise hat Führungskräfte vor große Herausforderungen gestellt. Wie sind sie damit umgegangen? Capital hat die Top 40 unter 40, die junge Generation der Entscheider in Deutschland, nach ihren ganz persönlichen Shutdown-Tipps und Routinen gefragt

„Eine junge Generation arbeitet seit Jahren so intensiv und zielstrebig gegen die allgemeine Katastrophenstimmung an, dass sie inzwischen sichtbare Erfolge feiert“, so hat Capital Deutschlands junge Talente schon in 2019 beschrieben. Besonders herausragende Nachwuchskräfte nominiert die Redaktion jedes Jahr als „Junge Elite – Top 40 unter 40“ für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Auch der Corona-Pandemie begegnen die jungen Führungskräfte der Top 40 unter 40 auf ihre ganz eigene Art. Capital hat sie nach Alltags-Tipps und -Routinen gefragt, mit denen sie durch den Shutdown gekommen sind. Das sind ihre Antworten:

Das sind die Shutdown-Routinen der Top 40 unter 40

Wolfgang Gründinger, Publizist und Autor des Buches „Alte Säcke Politik“, setzt vor der Arbeit auf eine mehrstufige Routine: Erst Vorhänge öffnen, Lüften und das Bett aufschütteln. Dann eine Flasche Leitungswasser trinken mit anschließenden Stimmübungen und einem kurzen Workout aus Klimmzügen. Dann geht es unter Dusche – am Ende auch mit kaltem Wasser und schließlich auf den Balkon zum Espresso-trinken. „Meine Morgenroutine weckt mich auf und ist für mich vor allem wichtig, weil ich oft schlecht schlafe und genug Zeit brauche, um fit für den Tag zu werden“, erklärt Gründinger. Allerdings seien die einzelnen Schritte beliebig austauschbar. „Hauptsache, es bringt in Stimmung für den neuen Tag!“

Jens Pippig, ehemaliger CEO von Seven Ventures und Gründer und Managing Director von Prosieben Sat1. Accelerator, hat gleich selbst Hand angelegt und auf der Covid-Intensivstation in der Münchener Klinik Harlaching ausgeholfen. „Dadurch ist es weder langweilig, man hilft und kann alles besser in Perspektive setzen“, sagt Pippig.

Dominik Benner, Gründer und CEO der Plattform Schuhe24, hat seinen ganz persönlichen Trick, wenn doch mal alles zu viel wird. „ Ich setze mich in unseren Lounge-Raum und fange an, mit meinen Kopfhörern bei lauter Musik Zeitung zu lesen. Dann sehe ich, welche Themen Politik und Gesellschaft gerade beschäftigen.“ Auch seine zwei Kinder heitern ihn immer wieder auf. „Jeden Tag haben die zwei trotz Shutdown coole Ideen, malen Bilder, stellen Regeln auf und entdecken neue Sachen im Garten.“

Katharina Kreitz, Gründerin von Messsonden-Produzent Vectoflow, hat einen ganz besonderen Tipp, wie man als Team auf durch die Corona-Krise und das Homeoffice kommt. Jeder ihrer Mitarbeiter soll sich auf persönlicher Ebene ein Ziel setzen, bei dem er besser aus der Krise herauskommt, als er hineingegangen ist. „Jeder hat Sachen, wo man normalerweise immer sagt: Ach wenn ich mal Zeit hab, dann…. Jetzt hat man die Zeit – also go for it.“

Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt School Blockchain Center, hat sich die Routinen gleich als Teamwork mit seiner Frau aufgeteilt, die ihre Arbeitszeiten im Home Office ebenfalls flexibel einteilen kann. Vor und nach seinen Homeoffice-Zeiten zu den üblichen Geschäftszeiten kümmert er sich um die Kinder. „Das geht so, weil meine Tätigkeit viele Telefonate erfordert, sodass ich tagsüber arbeiten muss“, erklärt Sandner. Die Arbeit verbindet er dann mit einem kleinen Workout – und erledigt alle Telefonate nacheinander bei einer Runde durch die Nachbarschaft. „Zumeist sind das zwei bis drei Stunden pro Tag, sodass ich mehr Bewegung als früher habe“, so Sandner.

Patricia Bernstein, Managing Director für Audi in Mexiko, macht manchmal die wenige Bewegung im Homeoffice zu schaffen. Jeden Abend hält sie sich deshalb mit einem digitalen Crossfit-Trainingsprogramm fit. „So kann ich bei ein paar abendlichen Indoor-Übungen etwas für meine Gesundheit tun – was gerade jetzt von ungeheurer Wichtigkeit ist“, sagt Bernstein. „Und die ein oder andere Sorge kann man bei ein paar Kniebeugen, Sit-ups und Liegestützen auch gut kompensieren.“

Maria Meiler, Mitbegründerin von Consultport und der Virtual Academy, startet als Frühaufsteherin in den Tag. Um 5.30 Uhr geht der Tag für sie los – mit einem Kaffee aus ihrer Motivationstasse. Dann arbeitet sie vier Durchgänge nach der Pomodoro-Methode. Dabei wird die Arbeit in mehrere 25-Minuten-Einheiten mit kurzen Pausen zwischendurch unterteilt. „So habe ich um 8 Uhr schon die anstrengendsten Dinge des Tages erledigt“, erklärt sie.

Bettina von Jagow, High Performance Coach und Unternehmensinhaberin von Jagow Advisory, startet früh in ihre Morgenroutine: Um 5.30 Uhr geht es los mit Best-of-Einspielungen aus der App „I am that I am“. Dann geht es ins mentale Fitnessstudio. Nach einer kleinen Pause und einem Kaffee, versorgt sie Kater Emilio. Nächste Station: Journaling. Nach einer Pause kommt dann auch der Körper in Schwung bei einer Runde Joggen im Englischen Garten, etwas Sonne tanken und einer kurzen Erfrischung im Schwabinger Bach.

Wenn Christoph Pietsch, CMO der Agenturgruppe DDB Group, den Kopf freikriegen und sich ablenken will, dann geht es an den Rhein zum Laufen. „Der liebe Gott hat uns die Pandemie geschickt und zwingt uns den privaten wie beruflichen Neustart-Button zu drücken. Er hat aber gleichzeitig „das Licht angelassen“ und uns viel Sonne gegeben“, sagt Pietsch. „Das ist gut für das Gemüt.“

Um sich von Corona und Homeoffice eine Auszeit zu gönnen, setzt Raffaela Rein, Gründerin von „Wild Wild Ventures“, auf eine Auszeit vom Computer. Konkret heißt das, den Kopf frei kriegen durch Spazierengehen, Sport oder Atemübungen.

Sebastian Stricker hat das Unternehmen Share mitgegründet. Dort wurden ganz eigene Routinen im Home Office entwickelt. Den Morgen starten die einzelnen Teams mit einem „Stand up“, um sich auf den neusten Stand zu bringen. Dabei trinken die Kollegen auch den ersten Kaffee gemeinsam. „ Ehrlich gesagt: Wir kommen so fast regelmäßiger zusammen als im Büro.“ Am Nachmittag gibt es außerdem eine kleine Bewegungseinheit mit Dehnen.

Florian Bankoley, Mitglied des Bereichsvorstandes IT und Mitglied der Geschäftsleitung IT bei Bosch, hat in Corona-Zeiten weniger Reisen und damit auch ein bisschen mehr Zeit für die Familie. Vor dem Arbeitsbeginn setzt er auf Meditation, ein bisschen Lesen, Tagebuch schreiben und eine Runde Yoga oder Sport.

Angela De Giacomo, Family Officerin bei Bissell, hatte turbulente Wochen im Rahmen des Family Offices: volatile Aktienmärkte und Unternehmensbeteiligungen, die es abzusichern galt. Als Ausgleich hat sie die Corona-Zeit genutzt, um eine Gesprächsreihe mit spannenden Frauen auf die Beine zu stellen. Angelehnt an ihr „Wundernova Sommerfest“ gibt es die Gespräche unter dem gleichen Titel auf YouTube zu sehen und als Podcast zu hören. Bei Ginsep und für asiaberlin hat sie als Sprecherin bei Webinaren mitgewirkt. Bei all der Arbeit darf auch der sportliche Ausgleich nicht fehlen. Dafür ging es regelmäßig zum Schwimmen in den Berliner See Krumme Lanke.

Theresa Noll, Leiterin Innovationsmanagement bei Westnetz, setzt zur Ablenkung auf Sport, Spaziergänge in der Natur und ein virtuelles Kaffeetrinken mit Freunden und Familie. Neben Joggen nimmt Noll an einem Online-Kurs für Ballett teil und fährt Surf-Skateboard.


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