KarriereSo zeigt man seinem Chef die Grenzen

Symbolbild: Chef und Mitarbeiterin
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Obwohl so häufig von flachen Hierarchien und Teamwork die Rede ist, sieht die Realität meist anders aus: In der Geschäftswelt sind hierarchische Organisationen die Regel. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wenn einer das Sagen hat, kann schnell und effektiv entschieden werden – die Autorität gewinnt der Chef durch besondere Kompetenz und Erfahrung, aber auch durch Fähigkeiten zum Beispiel Menschenführung, Verantwortungsbewusstsein, Verkaufstalent oder schlichtweg Intelligenz. Aber nicht immer sitzt der Beste am Schalthebel – doch wer das versucht seinem Chef klar zu machen, hat schon verloren.

#1 Anrufe nach Feierabend

Wir haben ihm jetzt unseren ganzen, wertvollen Tag ihm geopfert und langsam muss mal gut sein. In 999 von 1000 Fällen kann die Sache bis morgen früh warten oder von dem Kollegen im Spätdienst beackert werden. Denn für optimale geistige Leistungsfähigkeit benötigen wir kontemplative Phasen, nur so kann die geistige Regeneration funktionieren und unsere Kreativität sich wieder entfalten. Also, liebe Chefs, gönnt nicht nur Euren Mitarbeitern die Zeit nach dem Feierabend sondern nutzt auch selbst die Ruhe zum geistigen Auftanken.

#2 Runtermachen vor anderen

Wir alle machen Fehler, kleine und große. Aber so manch ein Fehler hat sich im Nachgang als Glücksfall entpuppt, denn nicht nur die Wege des Herren sind manchmal unergründlich auch die Wirtschaft funktioniert nicht komplett logisch und planbar. Wenn also etwas schiefgeht, sind die meisten Mitarbeiter schon auch in der Lage, den Schaden wieder gut machen zu wollen. Uns einen Fehler einzugestehen, erfordert Mut und Größe, das sollte Chef anerkennen, statt uns vor den Kollegen die Würde zu nehmen.

#3 Ideenklau

Mitarbeiter arbeiten in der Regel den Chefs zu und die präsentieren beim Kunden das Gesamtkunstwerk zum möglichst hohen Preis. Natürlich ist im laufenden Geschäftsbetrieb nicht die Zeit, in solchen Momenten jedem Mitarbeiter seinen Credit zu verteilen. Aber von Zeit zu Zeit sollte Chef loben und darstellen, dass er sehr wohl den Überblick behalten kann, wer, wann, wo etwas für die Firma geleistet hat. Wer denkt, nur weil die Lohnsteuerkarte in der Personalabteilung liegt, würde geistiges Eigentum zur Leibeigenschaft degradiert, irrt und raubt dem Kollegium den wichtigsten Antriebsstoff: Motivation.

#4 Vetternwirtschaft

Nichts spricht dagegen, dass Familienmitglieder in der Firma tätig sind, ein Großteil des deutschen Mittelstandes wird so geführt, aber wenn Sippe die Leistungsmoral ersetzt oder allein die Blutsverwandtschaft ohne Kompetenz der Grund zur Beförderung darstellt, fragt sich die Belegschaft, ob daraus denn langfristig was werden kann. Denn wenn nur noch Abhängigkeiten statt Fähigkeiten ausschlaggebend sind, spricht das nicht für eine schlagkräftige Company. Das ist schon am Hof Ludwig des XIV. nicht gut gegangen und tut es auch heute nicht.