Gastbeitrag8 Regeln für erfolgreiches Mentoring

Symbolbild Mentoring
Symbolbild MentoringGetty Images

Menschen zum Sprechen zusammenbringen: Was einfach klingt, erweist sich mitunter als äußerst kompliziert. Dabei können Wissbegierige so viel voneinander lernen. Besonders, wenn sie mit unterschiedlichen Erfahrungen das gleiche Ziel verfolgen. Erfolgreich sind hier Mentoring-Programme – wenn sie professionell angelegt sind. Schon Odysseus beauftragte seinen Freund Mentor, er möge sich in seiner Abwesenheit um seinen Sohn Telemachos kümmern. Konzept und Name waren geboren: Mentoring definiert sich dabei weder als Training noch als Beratung. Vielmehr handelt es sich hier um einen Wissenstransfer durch eine erfahrene Führungskraft.

Die Zielgruppen sind vielfältig, die Maßnahme so einfach wie effektiv: Mit einem professionellen Mentoring-Programm profitieren sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als auch Führungskräfte und das Unternehmen. Eine erfahrene Person (Mentor/in) begleitet eine unerfahrenere Person (Mentee) über einen im Vorfeld definierten Zeitraum, in der Regel ein Jahr, auf dem Berufsweg. In dieser Zeit treffen sich Mentee und Mentorinnen beziehungsweise Mentoren circa zehn bis zwölf Mal zu persönlichen Gesprächen. So kann sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickeln – die in vielen Fällen nicht mit dem Abschluss des Mentoring-Programms endet.

Hier erfahren Sie das Wichtigste, das Sie bei der Einführung eines Mentoring-Projekts beachten sollten:

#1 Definieren Sie Ihre Zielgruppe!

Mentoring ist eine sehr wirksame Personalentwicklungsmaßnahme – wenn Vorbereitung und Durchführung stimmen! Überlegen Sie sich im Vorfeld, wer daran teilnehmen soll. Möchten Sie eine unterrepräsentierte Gruppe Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen fördern? Dann können Sie beispielsweise ein Programm für weibliche Potentialträger anbieten, wenn Sie die Zahl von Frauen in Führung in Ihrem Unternehmen erhöhen möchten. Oder möchten Sie bestimmte Abteilungen, wie etwa den Vertrieb in den Fokus nehmen? Alternativ können Sie auch unabhängig von Geschlecht und Abteilung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern, die sich auf den nächsten Karriereschritt vorbereiten, zum Beispiel Trainees oder Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Förderseminar.

#2 Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch!

Ob für einzelne Teile oder für die gesamte Durchführung des Programms – die Unterstützung der Projektgruppe durch externe Expertinnen und Experten ist absolut empfehlenswert. Für beide Seiten, das heißt Projektgruppe und Mentees, gibt es Bereiche, für die sich eine professionelle Zusammenarbeit mit externen Fachleuten anbietet. Besonders das Matching der Mentoring-Tandems stellt für interne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine große Herausforderung dar. Die potenziellen Mentees sind häufig Kolleginnen und Kollegen aus der Projektgruppe gegenüber zurückhaltend, besonders, was die Identifikation der Themen für das Mentoring angeht. Eventuelle Konflikte im Team, Änderungswünsche oder Unsicherheiten lassen sich offener mit Personen besprechen, mit denen nicht direkt zusammengearbeitet wird, wie es zum Beispiel bei einer Projektgruppe der Fall wäre, die von der Personalabteilung gestellt wird.

#3 Besprechen Sie die Ziele!

Nur wer weiß, was er möchte, kann seine Ziele erreichen! Das kann der Wunsch nach Führung sein, eine Verbesserung der Life-Balance, ein Feedback zum eigenen Auftreten, Begleitung in der ersten Zeit einer neuen Position, oder, oder, oder… Die Inhalte des Programms sind so vielfältig wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wichtig ist, im Vorfeld zu klären, was im Idealfall erreicht werden soll, damit die Zeit optimal genutzt werden kann. Hier kann ein standardisierter Fragebogen, der von der Projektgruppe entwickelt und ausgegeben wird, eine gute Unterstützung sein. Es hilft sowohl den Mentees bei der Ausarbeitung ihrer potentiellen Ziele, als auch Ihnen als Projektverantwortliche beziehungsweise Projektverantwortlicher. Nicht jedes Ziel eignet sich für ein Mentoring-Programm. Manchmal ist ein Coaching oder eine Standortbestimmung die bessere Wahl.