Immobilien-KompassFerienimmobilien – Balearen

Blick von der Terrasse eines Ferienhauses  in Port d’Andratx auf die untergehende Sonne
Der Blick von der eigenen Terrasse auf die untergehende Sonne kostet in Port d’Andratx Millionen – Foto: Laif

Ferienimmobilien-Kompass: Für die fünf beliebtesten Ferienregionen bildet Capital die Preisspannen für typische Ferienhäuser und -wohnungen ab, die in den vergangenen zwölf Monaten verkauft wurden. Für Deutschland fußen die Angaben auf Daten des iib Dr. Hettenbach Instituts, für die sämtliche Angebote auf den relevanten Immobilienportalen ausgewertet wurden. In Österreich und Spanien wurden lokale Makler befragt. Die Preisangaben wurden um „Ausreißer“ nach oben und unten bereinigt. Die deutschen Ferienorte sind mit ihrer Immobilien-Kompass-Karte verlinkt.


Krise? Welche Krise? Spaniens Wirtschaft funkt nach fünf Rezessionsjahren wieder Wachstumssignale, und schon boomt auf den Balearen der Immobilienmarkt. Deutsche, Briten, Skandinavier und Österreicher stürzen sich auf Ibiza, Mallorca und Menorca geradezu auf Fincas und Apartments, um die besten Objekte zu ergattern. Zur Freude der Makler: Ein Umsatzplus von 27 Prozent im ersten Halbjahr vermeldet Hans Lenz, Chef von Engel & Völkers Mallorca.

Die hohe Nachfrage treibt die Preise. „Erstklassige Objekte haben sich seit Sommer 2014 um zehn Prozent verteuert“, sagt Lenz. Joachim Semrau, Chef der Maklerfranchisekette Porta Mondial in Düsseldorf, beobachtet, dass auch Kapitalanleger wieder zugreifen: „Schließlich lassen sich mit der Vermietung von Ferienobjekten auf den Balearen Bruttorenditen von mehr als fünf Prozent erzielen.“

Vor allem auf Mallorca sind Häuser und Wohnungen begehrt. Heidi Stadler, Geschäftsführerin des Immobilienvermittlers First Mallorca in Palma, findet das nicht überraschend: Die Hauptinsel der Balearen sei nun mal die beliebteste Auslandsurlaubsdestination der Bundesbürger. „Und sie ist von vielen Orten aus in nur zwei Flugstunden erreichbar.“

Der neue Capital-Immobilien-Kompass: Hier finden Sie detaillierte Informationen zu rund 11.000 Orten in ganz Deutschland, die laufend aktualisert werden.

Informationen zu deutschen Ferienregionen sowie Kaufpreise und Lagequalitäten in den Urlaubsorten finden Sie – laufend aktualisiert – unter: 

immobilien-kompass.capital.de

Wer eine gute Bestandsimmobilie sucht, muss sich beeilen, denn das Angebot wird knapp. Laut einer Studie des Freiburger Center for Real Estate Studies (CRES) stehen auf Mallorca gerade einmal 4000 Immobilien zum Verkauf, auf Menorca 1200 und auf Ibiza gar nur 900.

Das Angebot könnte bald sogar noch dünner werden. „Mit 44 Prozent stellen die Spanier die größte Gruppe der Verkäufer“, sagt Stadler. Vor allem ältere Leute, deren Kinder ihren Job verloren haben, bringen ihre Zweitwohnsitze an den Markt, um die Familien zu unterstützen.

Ibiza ist am teuersten

Die Zahl der Notverkäufe sinkt, je stärker die Wirtschaft sich erholt: Im Juli zählte das Arbeitsministerium vier Millionen Erwerbslose im Land, 8,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. „Immer mehr Familien spüren den Aufschwung“, sagt Staatssekretär Juan Pablo Riesgo. Einige kaufen inzwischen sogar wieder Immobilien auf den Balearen.

Projektentwickler wagen sich deshalb auf Mallorca wieder an Neubauten. „In Bendinat an der Westküste sind im Luxuskomplex Es Pinar 80 neue Apartments direkt am Golfplatz entstanden“, berichtet Stadler. „Fast die Hälfte der Wohnungen wurde seit Jahresbeginn bereits verkauft.“

Am teuersten sind Immobilien laut CRES-Studie auf Ibiza – bis zu 8470 Euro kostet dort der Quadratmeter. Am billigsten ist es auf Menorca, wo die Preise bei 1300 Euro beginnen. Der Grund: Auf der kleinsten Insel haben viele Geschäfte und Restaurants nur im Sommer geöffnet. „Menorca ist wie Mallorca vor 20 Jahren“, sagt Semrau. Sollte die Insel einmal zur Ganzjahresdestination werden, könnten Menorca-Immobilien hohe Wertzuwächse erfahren.

Wer auf Nummer sicher gehen will, so Semrau, kaufe jedoch besser auf Mallorca, wo die Preise vielerorts noch günstig sind, die Nachfrage aber weiter wachsen dürfte.