Immobilienpreise und Mietspiegel: Hannover

Inhaltsverzeichnis

Kurzbeschreibung

Die niedersächsische Landeshauptstadt wächst. Großprojekte und Nachverdichtung sollen den nötigen Wohnraum schaffen. Den Preisauftrieb dämpft das nur leicht

Bei einem Spaziergang im Frühling 2021 erschließt sich langsam, wie das 23 Hektar große Gelände der Wasserstadt Limmer einmal aussehen könnte. In wenigen Jahren sollen hier im Westen der Stadt zwischen zwei Kanälen gut 3 500 Menschen leben: ein neuer Stadtteil mit viel Grün, direkt am Wasser, auf einem Areal mit Geschichte. Bis Ende der 90er-Jahre produzierte Continental hier noch Reifen. Geblieben sind einige riesige, einsturzgefährdete Industriebauten und der mittlerweile instand gesetzte Backsteinturm mit dem markanten gelben Continental-Schriftzug.

Die Wasserstadt Limmer gilt als Vorzeigeprojekt unter Hannovers Bauvorhaben. Die niedersächsische Landeshauptstadt zählt zu den dynamischsten Immobilienmärkten in Deutschland. Bis 2030 sollen hier 558.700 Einwohner leben, gut 15.400 mehr als heute. Die Zahl der Neubauten kommt mit dem Bevölkerungswachstum jedoch kaum mit – obwohl mehrere Großprojekte vom Schlag der Wasserstadt Limmer für neuen Wohnraum sorgen werden.

Viele erwarten von derlei Bauvorhaben Impulse für angrenzende Viertel, so auch Makler Frank-Oliver Störmer: „Ich glaube, dass Limmer und benachbarte Stadtteile langfristig von der Wasserstadt profitieren können“, sagt der Geschäftsführer von MT-Immobilien. Nachdem die Preise in Linden und Limmer in den vergangenen Jahren deutlich angezogen sind, könnte sich dieser Trend verstetigen und auch auf Stadtteile wie Ahlem oder Davenstedt ausweiten. Beim Blick auf ganz Hannover sieht Störmer aber weiter den Osten im Vorteil, mit Wohngegenden wie Kleefeld, Anderten oder Kirchrode, wo die Nachfrage nach hochwertigen Häusern und Eigentumswohnungen besonders groß ist.

Immobilien- und Mietpreise in Hannover

Karte

Der Immobilienmarkt in Hannover

Offensive für mehr Neubau

So sind im Stadtbezirk Misburg-Anderten, wo die Preise für Neubauten gegenüber dem Vorjahr um knapp zwölf Prozent zugelegt haben, in der Bugstraße 25 hochwertige Reihenhäuser und sechs Doppelhaushälften entstanden. Die Stadtteile Anderten und Misburg dürften in den nächsten Jahren noch attraktiver werden – so soll in Misburg bis 2025 auf dem Gelände einer Betonfabrik ein Freizeitpark samt Badesee entstehen.

Weiter südlich holt Niedersachsens größtes Wohnbauprojekt die Nachbarstadt Laatzen, das Expo-Gelände und die Messe näher an die Stadt heran. In „Kronsrode“ – eine Wortschöpfung aus dem Krons­berg mit seinem zur Expo 2000 er­schlossenen Siedlungsgebiet und dem Stadtteil Bemerode – sollen in den kommenden Jahren auf acht Baufeldern nach und nach 3 500 Wohneinheiten entstehen.

Die Stadtverwaltung hat in den vergangenen Jahren mit Initiati­ven wie der „Wohnungsbauoffensive 2016“ versucht, gegen die Verknap­pung anzuarbeiten. Der Ablauf von Genehmigungsverfahren wurde op­timiert, die Zahl der Mitarbeiter in den zuständigen Abteilungen erhöht und eine neue Projektgruppe für den Wohnungsbau gegründet. Das Ziel: eine schnellere Bearbeitung der An­träge und mehr Baugenehmigungen.

Zudem hat Hannover gezielt auswärtige Projektentwickler ange­sprochen – mit Erfolg: Vor gut drei Jahren eröffnete das Frankfurter Unternehmen BPD, das zur nieder­ländischen Rabobank gehört, ein Regionalbüro in Hannover. Die bri­tische Gesellschaft Aberdeen Standard Investments, die nach eigenen Angaben weltweit ein Immobilien­vermögen von rund 50 Milliarden Euro verwaltet, treibt in der Landes­hauptstadt das Projekt „Wohnen in Ricklingen“ voran. „Hannover hat ei­nen erheblichen Bedarf an zeitgemäßem Wohnungsneubau“, sagt Fabian Klingler, zuständig für das Europa­geschäft bei Aberdeen.

Nordstadt im Umbruch

Die Zuständigen bei der Stadt sind mit dem Erreichten zufrieden: „Das Baugeschehen hat zwischen Ende 2015 und Ende 2019 merklich an Dy­namik gewonnen“, heißt es aus der Verwaltung. Es mangele allerdings perspektivisch weiterhin an günstigen Angeboten für Mieter mit gerin­gem Budget und an größeren Wohnungen für Familien.

Tatsächlich hat die Zahl der Baugenehmigungen und Fertigstel­lungen 2019 deutlich zugelegt. Dann kam Corona. Laut einem Bericht der städtischen Wirtschaftsförderung war die Stimmung in der Branche jedoch auch 2020 positiv. „Der han­noversche Wohnimmobilienmarkt spürt kurzfristig kaum Auswirkun­gen der Krise“, sagte der damalige Baudezernent Uwe Bodemann bei der Vorlage des Berichts im vori­gen August. Diese Erkenntnis spie­geln auch die Daten des iib­-Instituts: So sind neue Eigentumswohnungen mit durchschnittlich 4 900 Euro pro Quadratmeter zurzeit 4,3 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Neben den Großprojekten an den Stadträndern spielt die Nach­verdichtung eine tragende Rolle in der Wohnungsbaupolitik. So entste­hen auf dem Gelände des abgerisse­nen Oststadtkrankenhauses in Groß­ Buchholz noch in diesem Jahr rund 400 Wohnungen, darunter auch So­zialwohnungen.

Im hochpreisigen Bereich tut sich ebenfalls einiges in den zentra­len Stadtteilen, zum Beispiel im Uni­ Viertel Nordstadt. Die Straßenzüge mit den vielen Gründerzeithäusern sind geprägt durch urige Eckkneipen und studentisches Leben, doch langsam wird die Gegend schicker. Häuser werden aufwendig saniert, Baulücken mit exklusiven Wohnungen geschlossen.

Ein besonderes Ensemble vermarktet der Immobilienentwickler BPD auf dem Gelände der ehemaligen Landesfrauenklinik: „Charlottes Garten“ umfasst mehr als 160 Wohneinheiten, die bis Ende dieses Jahres fertiggestellt werden sollen, davon 137 Eigentumswohnungen. Das unter Denkmalschutz stehende klassizistische Zentralgebäude der Klinik, die ehemalige Chefarztvilla und die frühere Kapelle werden um fünf Neubauten in einer parkähnlichen Anlage ergänzt. Zuletzt war hier noch eine Vierzimmerwohnung mit 127 Quadratmetern Wohnfläche für 789.000 Euro zu haben. Macht mehr als 6 200 Euro pro Quadratmeter ein Preis, der in Hannover vor ein paar Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre.

Makler Störmer vermittelt immer wieder Wohnungen oder Häuser an Projektentwickler, die die Objekte nach einer Luxussanierung sogar für bis zu 7 000 Euro pro Quadratmeter anbieten – wenn der Weg zum Innenstadtgewässer Maschsee oder zum Stadtwald Eilenriede nicht weit ist. „Der Markt für hochpreisige Immobilien in Hannover ist durchaus noch nicht gesättigt“, sagt der Experte.

Die Preisentwicklung der vergangenen Jahre weckt bei manchem Eigentümer jedoch Begehrlichkeiten, die zu Problemen bei der Vermarktung führen können. „Verkäufer wollen immer öfter verrückte Preise erzielen“, berichtet Makler Störmer. Manches Objekt werde so zum Ladenhüter, der sich erst nach deutlicher Preisreduzierung und mit viel Zeitaufwand und Ärger für die Verkäufer veräußern lasse.

Von Gerd Schild

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