Aktien Nur noch wenig Luft nach oben für Goldminen-Aktien

Goldmine in Australien
Goldmine in Australien
© fStop Images / IMAGO
Der Anstieg des Goldpreises hat auch die Kurse von Goldminen-Aktien steigen lassen. Doch für einige der Werte wird inzwischen die Luft ziemlich dünn, wie eine Studie der UBS zeigt

Der Goldpreis hat sich von seinem Einbruch im März jüngst erholt und sogar Rekordstände erreicht. Am Donnerstag kostete die Feinunze mit 1569 Euro so viel wie noch nie seit Einführung der Gemeinschaftswährung. Von dem Goldpreis-Anstieg haben jüngst auch die Aktien von Goldminen-Betreibern deutlich profitiert. Wird Gold teurer gehandelt , so verdienen die Förderunternehmen angesichts konstanter Kosten sofort mehr. Doch nach den Kursanstiegen ist nicht mehr jede der Aktien eine Kaufgelegenheit, die Luft könnte für manchen Wert sogar dünn werden.

Die UBS hat jedoch zwei Werte mit weiterem Kursanstieg in der Region Europa/Afrika (EMEA) identifiziert. Dies sind Polyus und Polymetal, die in London notiert sind. Bei den Aktien von Fresnillo und Hochschild raten die Experten dagegen zur Zurückhaltung. Auch in Nordamerika hat die UBS mit der kanadischen Barrick (Einstufung „buy“) einen Favoriten unter den Goldminen-Aktien, während die Einschätzung für den Konkurrenten Newmont aus den USA nur auf „neutral“ lautet, also aktuell kein Kauf empfohlen wird.

„Wir glauben, dass anhaltende Unsicherheit, eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Daten, niedrigere/negative Realzinsen über einen längeren Zeitraum und beispiellose Steigerungen der Haushaltsdefizite zur Finanzierung von Konjunkturmaßnahmen einen günstigen Hintergrund für Gold schaffen“, heißt es in der Studie der beiden UBS-Analysten Daniel Major und Shilan Modi. Deshalb sei es auch noch zu früh für Gewinnmitnahmen in den Goldminen-Aktien. „Wir erkennen an, dass wir vielleicht näher an der Ober- als an der Unterseite des bisherigen Zyklus sind, aber die Dynamik des Goldpreises ist positiv.“ Die UBS erwartet jedoch mittelfristig einen sinkenden Goldpreis. Für dieses Jahr lautet die Prognose auf 1600 Dollar und in den beiden folgenden Jahren von 1650 Dollar je Feinunze. Aktuell liegt die Notierung bei rund 1700 Dollar.

Für die Einschätzung der Aktien spielt bei den Analysten die Auswirkungen der Corona-Krise eine zentrale Rolle. Die beiden Kaufempfehlungen Polyus und Polymetal seien bislang kaum von Produktionseinschränkungen in Folge der Covid-19-Pandemie betroffen. Beide zählten zudem zu den großen Betreibern mit dem niedrigsten Kostenniveau.Um den gestiegenen Goldpreis zu berücksichtigen billigen die Analysten beiden Aktien nun eine höhere Bewertung zu und erhöhen ihr Kursziel folglich um rund 20 Prozent.

Hingegen seien die beiden mit „neutral“ eingestuften Unternehmen Fresnillo und Hochschild durch Minenschließungen in Mexiko, Peru und Argentinien von der Pandemie betroffen, so dass es dort wohl zu Produktionseinbußen in diesem Jahr kommen werde.


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