VG-Wort Pixel

Geldanlage Mythos Gold: Wie gut schlagen sich eigentlich Gold-Investments?

Goldbarren
Wer in Gold investieren will, muss sich keine Barren in den Tresor legen
© picture alliance / dpa Themendienst | Alexander Heinl
Aus Angst vor der Inflation und wegen der Turbulenzen an den Aktienmärkten flüchten viele Anleger ins Gold. Dabei ist das Edelmetall kein Allheilmittel

In unsicheren Zeiten mit steigender Inflation und drohender Rezession wächst das Sicherheitsbedürfnis vieler Anleger, die ihr Geld dort parken wollen, wo es all den Turbulenzen des Marktes trotzt und nicht an Wert verliert. Im Anleger-Lehrbuch steht unter sicherer Hafen, Retter in der Krise, Inflationsschutz und Notgroschen häufig: Gold. Doch steckt dahinter wirklich ein lohnenswertes Investment?

Die Edelmetall-Preise befinden sich jedenfalls seit Monaten im Abwärtstrend. Der Goldpreis lag Ende August bei 1706 US-Dollar pro Feinunze, notierte damit 3,4 Prozent niedriger als im Monat zuvor. Hauptgrund für die Barren-Baisse. „Die durch steigende Zinsen verursachte Liquiditätsverknappung belastet zurzeit alle Sachwerte, darunter auch Edelmetalle“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH.

Lohnt es sich dann vielleicht, den aktuellen Abwärtstrend als Einstiegschance zu nutzen? Nur bedingt. Wie bei so vielen Anlageprodukten gibt es auch beim Gold nicht den perfekten Moment, um zu kaufen. Aktuell prognostizieren Analysten, dass der Goldpreis wohl auch noch eine Weile schwächeln wird. Denn weltweit steigen gerade die Renditen für Anleihen, beflügelt von einem starken US-Dollar. Solange sich das nicht ändert, wird sich wohl auch der Goldpreis vorerst nicht erholen.

Es müssen keine Goldbarren sein

Wer trotzdem in Gold investieren will, hat verschiedene Möglichkeiten. Neben Münzen und Barren sind Investments in börsengehandelte Indexprodukte (ETPs) wie beispielsweise Xetra Gold oder Euwax Gold II beliebt. Diese Wertpapiere bilden den aktuellen Goldpreis eins zu eins ab und sind mit einer fixen Menge Gold gedeckt, die der Anbieter in einem Tresor hinterlegt. Eine Alternative wären Aktien von Goldminenbetreibern, die Anleger entweder als Einzeltitel oder über Fonds und ETFs erwerben können. Der Goldpreis hat auch auf die Performance dieser Titel einen starken Einfluss, die Rendite hängt jedoch nicht ausschließlich von dessen Entwicklung ab – denn Aktien sind eben auch unternehmerische Investments.

Zudem wird Aktien von Goldminenbetreibern nachgesagt, dass ihre Kurse dem Goldpreis vorausgehen. Das bedeutet, dass Minenaktien, wenn es denn zu einer Trendwende kommt, früher wieder zulegen könnten als Gold. Das größte Goldbergbauunternehmen der Welt, das sich zu einer solchen Spekulation eignen könnte, ist Newmont Mining. In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen, wie viele andere Anbieter, mit steigenden Kosten durch die Inflation zu kämpfen. Dennoch verdient Newmont Geld – laut den Zahlen zum zweiten Quartal dieses Jahres lag der free Cashflow bei über einer halben Milliarde US-Dollar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die Titel von Newmont Mining liegt bei 20,55 US-Dollar. Damit sind die Papiere im Branchenvergleich kein Schnäppchen mehr, sondern liegen im Mittelfeld.

Optionsscheine und Zertifikate: spekulative Varianten

Ein weiterer Riese ist das Gold- und Kupferbergbauunternehmen Barrick Gold mit 16 Standorten weltweit. Auch im Kurs der Barrick-Titel zeichnet sich die schwierige Gesamtsituation ab. Die Zahlen zum zweiten Quartal waren solide: Das Unternehmen wies eine Umsatzsteigerung von 1,5 Prozent auf 3,7 Mrd. Kanadische Dollar (2,82 Mrd. Euro) aus. Im Vorjahresquartal hatte ein Umsatz von 3,64 Mrd. CAD in den Büchern gestanden. Das KGV der Titel liegt bei 15,8. Die Papiere sind also etwas günstiger zu haben.

Neben Barren, Aktien, Fonds und ETFs gibt es auch die Möglichkeit, über Zertifikate und Optionsscheine in Gold zu investieren. Das ist allerdings die auch die spekulativste Variante: Die Produkte basieren auf sogenannten Terminkontrakten und sind nicht durch physisches Edelmetall abgesichert. Wer hier zuschlägt, sollte eine hohe Risikobereitschaft mitbringen.


Mehr zum Thema



Neueste Artikel