GeldanlageKeine Zinsen? Kein Problem!

Fed-Chefin Janet Yellen
Fed-Chefin Yellen ist momentan sehr vorsichtig bei der Wahl ihrer Worte

Daniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschriebenDaniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschrieben


Die US-Notenbankchefin Janet Yellen verhält sich bei der Diskussion um die Zinsen so sanft, als gelte es teuerstes Porzellan zu umkurven. Bloß kein falscher Satz, jedes Wort gehört auf die Goldwaage. Warum? Die Dame weiß genau, dass die US-Wirtschaft Zinserhöhungen eigentlich nicht verträgt. Somit wird sich kaum etwas ändern und Anleger müssen diesem Nullzinsumfeld entfliehen. Wir erklären wie.

Null Prozent Zinsen und man muss schon froh sein, wenn man nicht bei der Sparkasse ist und auf sein Depot Gebühren bezahlen muss. So ist das Umfeld für deutsche Sparer und es wird nicht besser werden. Zinsen wären trotzdem eine feine Sache und dies ist über Umwege auch möglich, doch dazu gegen Ende unserer Analyse.

Blicken wir einmal zurück: Mit der Ankündigung des Gelddruckprogramms QE3 hatte der damalige Chef der US-Notenbank Ben Bernanke auf dem 2012er-Notenbankertreffen in Jackson Hole für einen Paukenschlag gesorgt. Umso gespannter blickten Investoren zuletzt auf die Rede von Fed-Chefin Janet Yellen. Nachdem sie beim 2015er-Treffen der weltweiten Notenbanker in Jackson Hole nicht dabei war, sollte Yellen bei ihrer Rede am 26. August bei Investoren zumindest für etwas Klarheit über die mögliche Zinsentwicklung in den nächsten Monaten sorgen. Hat sie aber nicht – sie blieb beim bekannten „alles kann – nix muss“.

Verunsicherung ist groß

Die jüngsten Aussagen etlicher Fed-Mitglieder haben Investoren erheblich verunsichert. Während einige Mitglieder ein Bild einer starken US-Wirtschaft zeichnen und fordern, dass die Zinsen möglichst bald erhöht werden sollten, raten andere Mitglieder von Zinserhöhungen weiterhin klar ab. Dabei gäbe es eine Menge Gründe, warum die Fed die Zinsen schon längst hätte erhöhen sollen. So ist die Arbeitslosenquote auf 4,9 Prozent gesunken. Bei einem derartig niedrigen Niveau sollte es Arbeitnehmern leicht fallen, Gehaltserhöhungen durchzusetzen, womit die Inflation angeheizt würde. Wenn die Ölpreise weiter steigen sollten, könnte die Inflation, die zuletzt bei 0,8 Prozent lag, deutlich nach oben drehen und sich damit der Marke von zwei Prozent nähern, die die Fed anpeilt.

Yellen hätte also schon längst zur Tat schreiten können, zumal sie bei jeder Gelegenheit betont, die US-Wirtschaft sei stark. Möglicherweise ist sie aber insgesamt doch nicht so stark, wie die Fed erwartet. Doch die Arbeitsmarktdaten für die vergangenen zwei Monate waren deutlich stärker als erwartet. „Die robusten Arbeitsmarktdaten geben der Fed erneut den Mut um vermehrt über eine Zinsanhebung in den kommenden Monaten zu sprechen“, sagt Klaus Bauknecht, Chef-Volkswirt der IKB Deutsche Industriebank. „Entscheidend für die Fed  bleibt die aktuelle Datenentwicklung, die nun vermehrt auf eine Zinsanhebung voraussichtlich im Dezember hindeutet.

Doch die entscheidendere Frage ist, wie weit die Fed die Zinsen grundsätzlich anheben kann. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Daten mittelfristig anhaltend positiv überraschen, vor allem was die US-Produktivität und damit das potenzielle US-Wachstum angeht. So war die Produktivität im zweiten Quartal sogar um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken“, so Bauknecht weiter.

US-Wirtschaft muss sich noch beweisen

Die Folge derart schwacher Daten ist schnell an den Wachstumserwartungen abzulesen. „Die Prognose der Volkswirte für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr sinkt immer weiter und hat zuletzt mit nur mehr 1,5 Prozent ein Rekordtief erreicht“, sagt Jochen Stanzl von CMC. Vor einem Jahr hatten die Experten noch ein Plus von 2,7 Prozent vorhergesagt. Die US-Notenbank dürfte daher bei der Sitzung am 21. September die Prognose für das Wachstum für 2016 das dritte Mal in diesem Jahr – nach den Sitzungen im März und Juni – senken. Bislang liegt sie noch bei 1,9 bis 2,0 Prozent. Das wäre wohl kaum der richtige Zeitpunkt für eine Zinserhöhung.

So dürfte das Zinsumfeld in den USA bleiben wie es ist – nämlich niedrig. In Europa liegt es bei null und deshalb muss ein Umweg her. Direktinvestments in den Dax sind eine Möglichkeit, denn der liefert Dividenden ab. Doch auch Bonuspapiere mit Abgeld sind eine gute Idee. Die Variante mit WKN PB8CZF weist wie unter http://www.feingold-research.com/alle-transaktionen/ zu sehen ein Abgeld von mehr als 500 Punkten zum Dax aus. Das Papier ist also weniger riskant als ein Kauf des Dax an sich, bietet dafür eine gekappte Seitwärtsrendite von fast neun Prozent bei knapp einem Jahr Laufzeit. Das ist mehr als anständig in diesem Umfeld.