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So erkennen Sie Rip-Dealer

, Jens Brambusch

Unister-Gründer Thomas Wagner könnte Opfer von sogenannten Rip-Dealern geworden sein. Eine Masche, mit der mafiöse Clans Millionen erbeuten - und das seit Jahren

Nach Angaben der Polizei häufen sich die Fälle von sogenannten Rip-Deals. Die Schadenssumme liegt meist zwischen 100 000 und 300 000 Euro, es wurden aber auch schon mal 10,5 Mio. Euro geraubt. Von über 100 Mio. Euro Schaden pro Jahr gehen die Behörden allein bei deutschen Opfern aus - und die Täter arbeiten international. Wahrscheinlich, heißt es bei der Polizei, ist die Summe sogar deutlich höher. Denn auf einen angezeigten Fall kämen wahrscheinlich zehn bis 20, die ungemeldet bleiben. Viele Opfer scheuen den Weg zur Polizei. Aus Scham. Oder weil sie sich auf ein unlauteres Geschäft einlassen wollten. Das ist das Kalkül der Rip-Dealer. Auch Unister-Chef Thomas Wagner könnte kurz vor seinem Unfalltod Opfer der Masche geworden sein. So können Sie Rip-Dealer erkennen.

1. Einschlägige Namen

Googeln Sie den Namen Ihres vermeintlichen Partners. Weil die Legenden der Rip-Dealer mühsam aufgesetzt sind, wird bereits vor einschlägigen Namen gewarnt. Oft nutzen Betrüger Namen, die real existieren oder zu vielen Treffern führen. Etwa Levi, Stewart oder Miller. Setzen Sie bei der Suche zum Namen den Begriff "Rip-Deal".

2. Kopierte Websites

Haben Sie von vermeintlichen Partnern private Referenzen oder gibt es Referenzen nur im Internet? Letztere sind wertlos. Rip-Dealer kopieren Websites real existierender Firmen und ergänzen beispielsweise das Impressum um die Namen der Betrüger. Oder sie setzen Websites extra auf. Kopieren und googeln Sie markante Absätze. Oft tauchen Passagen mehrmals auf verschiedenen Seiten auf.

3. Prüfen der Registrierung

Checken Sie, wann und wo die Website registriert wurde. Das geht im Internet über sie Seite who.is. Tragen Sie die URL der betreffenden Firma ein. Ist die Website neu, das Unternehmen aber angeblich viele Jahre alt, ist das ein Alarmzeichen. Rufen Sie die bei who.is angegebenen Nummern an, überprüfen Sie die Firmenadresse im Telefonbuch oder über Google Maps.

4. Vorwahlen checken

Sind die Telefonvorwahlen tatsächlich die Vorwahlen der Städte, in denen die Firmen angeblich sitzen - oder Handyvorwahlen? Vorsicht, wenn die Telefonnummern nicht bis auf die Durchwahlen identisch sind. Die Betrüger nutzen für die Kommunikation fast ausschließlich Handys und Yahoo- oder Gmail-Accounts. Verlangen Sie nach der Firmenmailadresse und einer Festnetznummer.

5. Ausweiskopie prüfen

Oft schicken die Gauner Kopien von Ausweisen per Mail. Das soll den Anschein von Seriösität wahren. Überprüfen Sie die Person auf dem Ausweis. Rufen Sie sie an.

6. Nicht nach Italien reisen

Lassen Sie sich nicht nach Italien locken. Wählen Sie den Ort des Treffens - und den Platz dort. Ein Rip-Dealer wird versuchen, Sie so zu platzieren, dass er gut flüchten kann.

7. Anzeige erstatten

Falls Sie dennoch auf einen Rip-Deal hereinfallen, erstatten Sie unbedingt Anzeige.


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