Gute FrageWie funktioniert der Emissionshandel?

Rauchende Schornsteine einer Industrieanlage
Rauchende Schornsteine einer IndustrieanlagePublicDomainPictures auf Pixabay

„Emissionshandel ist der Königsweg.“ So überschrieb die CDU/CSU-Bundestagsfraktion schon im Juli eine Pressemitteilung – in der sie den Verschmutzungsrechtehandel als „marktwirtschaftliches Instrument“ zum Klimaschutz pries. Drei Monate danach hat die Große Koalition in ihrem Klimapaket die Einführung eines deutschen Emissionshandels beschlossen. 2021 soll es losgehen. Wie funktioniert so ein Handelssystem?

Die neue Capital
Die neue Capital

Auf EU-Ebene wurde der Emissionshandel 2005 eingeführt. Seitdem müssen Betreiber von rund 11.000 Anlagen der energieintensiven Industrie für jede ausgestoßene Tonne Kohlendioxid ein Zertifikat vorweisen. Die Zahl der ausgegebenen Lizenzen ist beschränkt: Die Obergrenze entspricht der Menge CO₂, die die Anlagen insgesamt emittieren dürfen. Die Zertifikate werden frei gehandelt, der Preis bildet sich nach Angebot und Nachfrage.

Der deutsche Emissionshandel soll die Sektoren Verkehr und Wärme umfassen und ist grundlegend anders konzipiert als das EU-Modell. So soll es fünf Jahre lang keine Mengenbegrenzung der Zertifikate geben. Damit ist völlig ungewiss, ob der CO₂-Ausstoß wie gewünscht sinkt. Und: Die Ausgabepreise werden zunächst staatlich fixiert. Mit einem „marktwirtschaftlichen Instrument“ hat dieser Handel wenig zu tun. Er ähnelt eher einer CO₂-Steuer.


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Euro soll die Lizenz zum Ausstoß einer Tonne CO₂ anfangs kosten.