VG-Wort Pixel

Covid-19 Vierte Impfung: 100 Millionen Impfdosen gegen Corona

Ein Mann zieht eine Spritze auf
Die nächste Impfrunde steht an: Die Hersteller haben mittlerweile angepasste Impfstoffe im Angebot
© IMAGO / Bihlmayerfotografie
Deutschland hat Booster-Impfstoff in Massen bestellt. Jetzt muss er nur noch zugelassen und verteilt werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die vierte Impfung

Wann kommt der angepasste Impfstoff?

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer arbeiten seit vergangenem November an neuen Versionen ihres mRNA-Impfstoffs. Ebenso der US-Konzern Moderna. Seit dem Frühjahr lagern bereits Millionen Dosen eines Omikron-Boosters in Kühlhäusern. Nur hat sich Omikron weiterentwickelt und neue Varianten ausgebildet. Aber auch für die derzeit kursierenden Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 gibt es bereits Impfstoff. Dieser ist allerdings noch nicht zugelassen. In den USA haben Biontech/Pfizer nun eine Notfallzulassung beantragt. Der Antrag in Europa soll bald folgen. Allerdings hat Biontech erst in diesem Monat mit einer klinischen Studie zu diesem Impfstoff begonnen. Zuvor hatten die Firmen bereits Anträge für einen auf den Subtyp BA.1 angepassten Impfstoff eingereicht. In Deutschland spielt diese Variante aber keine Rolle mehr. Biontech rechnet dennoch mit einer raschen Zulassung und produziert bereits auf Vorrat. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet mit einer Zulassung im September, spätestens Oktober. Moderna hat in Großbritannien bereits eine Notfallzulassung für seinen Booster gegen die aktuelle Omikron-Variante erhalten. Das Vakzin kann dort für Erwachsene eingesetzt werden.

Gibt es genug Impfstoff für alle? 

Auch hier ist das Bundesgesundheitsministerium zuversichtlich: „Der Bund hat so viel angepassten Omikron-Impfstoff geordert, dass er für alle reicht“, heißt es auf Anfrage. In Zahlen übersetzt heißt das: Deutschland erhält aus dem bestehenden EU-Vertrag für 2022 mit Pfizer/Biontech noch ca. 83 Millionen Impfdosen, davon 80 Millionen mit dem variantenangepassten Impfstoff (BA.4/5). Außerdem stehen den Deutschen noch rund 20 Millionen Dosen Moderna zu, ebenfalls mit dem angepassten Impfstoff. Beide mRNA-Impfstoff-Hersteller haben ihre Impfstoffe an die Subvariante Omikron BA.1 als auch an die Subvariante Omikron BA.4/5 angepasst. Außerdem arbeiten Biontech/Pfizer an einem weiteren sogenannten bivalenten Impfstoff. Dieser soll einen besseren Schutz vor verschiedenen Sars-Cov-2-Varianten bieten.

Wie ist die Wirksamkeit eines Impfstoffs gegen den Subtyp BA.1 auf die Subtypen BA.4/BA.5?

Sowohl Biontech als auch Moderna bestätigen die Wirksamkeit ihres angepassten Impfstoffs Wuhan/BA.1 gegen die Sybtypen BA.4 und BA.5. Bei Biontech heißt es, beide angepasste Impfstoffe, sowohl der monovalente gegen BA.1 als auch der bivalente Wuhan/BA.1, sind wirksam gegen die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5, allerdings in geringerem Maße. Bei Moderna heißt es, die angepasste bivalente Variante Wuhan/BA.1 des Impfstoffs als Booster schützt besser vor Omikron-Varianten als der bisherige Impfstoff. Der Schutz gegen BA.1 ist jedoch besser als der gegen BA.4/BA.5.

Wer sollte sich ein viertes Mal impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Booster für alle über 60 Jahren. Allein das sind 24,1 Millionen Menschen. Wer das Risiko einer weiter Corona-Infektion und eines schweren Verlaufs reduzieren will, sollte sich aber auch in jüngeren Jahren impfen lassen. Denn auch wer mit BA.1 und BA.2 schon infiziert war, ist kaum gegen die neuen Subvarianten geschützt.

Wer organisiert die Verteilung des Impfstoffs?

Das Bundesgesundheitsministerium hat im Paul-Ehrlich Institut eine neue Einheit errichtet: Das Zentrum für Pandemie-Impfstoffe und -Therapeutika – kurz ZEPAI –soll sich um die Planung und Durchführung der Pandemievorsorge und -bekämpfung mit Impfstoffen und anderen Arzneimitteln kümmern. Die Taskforce Impfstoffproduktion im Bundeswirtschaftsministerium – geleitet vom Scholz-Vertrauten Christoph Krupp – hat ihre Arbeit Ende März beendet.

Wie läuft es konkret ab?

Sobald die angepassten Covidx-19-Impfstoffe zugelassen sind, wird sukzessive in mehreren Tranchen ausgeliefert, so das Bundesgesundheitsministerium. Derzeit werde die Verteilung an Länder, Impfzentren, Ärzte und Apotheken vorbereitet. 100 Millionen stellt das BMG allein für die Aufrechterhaltung von Impfzentren zur Verfügung. „Die logistischen Strukturen sind erprobt und leistungsfähig.“ Der Großteil der Booster-Impfungen dürfte dieses Mal über die Haus- und Fachärzte laufen. Aber klar ist, auch wenn genug Impfstoff da, könnten nicht alle auf einmal geimpft werden.

Wie gut ist Deutschland auf künftige Pandemien eingestellt?

Die Bundesregierung zahlt den Impfstoffherstellern ein jährliches Bereitschaftsgeld, damit diese ihre im Zuge der Corona-Pandemie neu geschaffenen Produktionskapazitäten aufrechterhalten – und bei Bedarf auch für die kommenden Jahre schnell und ausreichend Impfstoff produzieren können. Der Bund rechnet hierbei mit Kosten von bis zu 2,86 Mrd. Euro für die Jahre 2022 bis 2029.

Mehr zum Thema

Neueste Artikel