Smarte ProblemlöserSo lässt sich Solarenergie klimafreundlich speichern

VoltStorage_Start-up
Das Solarspeichersystem für Zuhause ist ungefähr so groß wie eine Waschmaschine.VoltStorage


Klimawandel, Armut, Flüchtlingskrisen: Die Welt ist voller Probleme. In einer Serie präsentiert Capital Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit – von smarten Köpfen und innovativen Unternehmungen. Diesmal: Voltstorage


Das Problem:

Laut Umweltbundesamt und Greenpeace sorgen Kohlekraftwerke für einen erheblichen Ausstoß des umweltschädlichen Treibhausgases CO2. Der Koalitionsvertrag sieht deshalb vor, im Jahr 2030 65 Prozent des Strombedarfs mit erneuerbaren Energien zu decken. Ende 2022 geht das letzte Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz und das letzte Kohlekraftwerk soll 2038 abgeschaltet werden. Der Wechsel von einer Energieversorgung durch fossile und nukleare Brennstoffe auf erneuerbare Energieträger ist ein wesentlicher Bestandteil der Energiewende, um die EU-Klimaziele zu erreichen und die globale Erwärmung einzudämmen. Bis 2050 soll der Umstieg weitgehend erfolgt sein.

Doch um den Wegfall gesicherter Kapazitäten kompensieren zu können, muss gleichzeitig der deutschlandweite Ausbau von klimafreundlichen Alternativen vorangetrieben werden. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums stammt bereits mehr als ein Drittel des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Im ersten Halbjahr 2019 wurden circa 92,2 Terawattstunden mit Solar- und Windenergie produziert. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Entwicklung innovativer Speicherkonzepte für Strom aus Photovoltaik- und Windanlagen. Denn nur so kann gewonnene Energie rund um die Uhr und wetterunabhängig zur Verfügung gestellt werden.

Die Lösung:

Voltstorage will die Energiewende mit einer Innovation vorantreiben. Das Münchner Start-up hat ein klimafreundliches Solarspeichersystem entwickelt. Statt seltenen Rohstoffen oder anderen Konfliktmaterialien wird hier das leicht recycelbare Vanadium eingesetzt, ein Nebenprodukt der Eisenherstellung. Das soll die Batterie besonders umweltschonend machen. Da der Elektrolyt zu mehr als 80 Prozent aus reinem Wasser besteht, ist es nach Angaben des Start-ups auch eine sicherere Alternative zur herkömmlichen, leicht entflammbaren Lithium-Ionen-Speichertechnologie.

Ein automatisiertes Produktionsverfahren soll die Kosten auf ein Minimum beschränken. Als weltweit erstes Unternehmen will Voltstorage damit eine ressourcenschonende und kosteneffiziente Speicher-Lösung für private Haushalte anbieten, die selbst Solarstrom erzeugen. Das soll Erzeugern die Möglichkeit geben, den überschüssigen Solarstrom zu speichern, um auch nachts oder bei schlechtem Wetter darauf zurückzugreifen.

Der Kopf dahinter:

Ein innovatives Münchener-Trio gründete 2016 Voltstorage. CTO Michael Peither ist studierter Elektrotechniker und Wirtschaftsingenieur. Ebenso wie sein Mitgründer Felix Kiefl ist er mit der Produktentwicklung und Produktion vertraut. Zum Gründerteam gehört auch Finanz- und Betriebswirt Jakob Bitner. Er ist CEO des Unternehmens und unterstützt Voltstorage durch seine Erfahrung im Bereich Business Development und Controlling.

Seit dem Markteintritt im vergangenen Jahr kooperiert das Start-up bereits mit Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Inzwischen sind mehr als zehn Mitarbeiter an der Produktentwicklung von Voltstorage beteiligt. Weitere Kollegen ergänzen die eigene Forschungsabteilung. Über eine Crowdinvesting-Kampagne auf Wiwin, einer Online-Plattform für nachhaltige Investments, will Voltstorage Geld sammeln, um die Serienproduktion und das Vertriebsnetzwerk in Zukunft noch weiter auszubauen.

So funktioniert Voltstorage: