Innovativste Unternehmen

IdeenSchott – ein Hauch von Glas

Schott entwickelt hauchdünnes biegsames SpezialglasIMAGO / Xinhua

Eine durchsichtige Folie, die sich rollen und biegen lässt – was soll daran besonders sein? Dass es sich um keine herkömmliche Folie aus Plastik handelt, sondern um hauchdünnes Spezialglas. Produziert wird es vom Glasspezialisten Schott aus Mainz. Das biegsame Material kommt in faltbaren Handys zum Einsatz, wie sie zum Beispiel Samsung anbietet. Es ist dünner als ein menschliches Haar und deshalb so flexibel. Eine chemische Veredlung sorgt dafür, dass es trotzdem robust bleibt. „Diese Kombination macht den Prozess so kompliziert“, heißt es bei Schott.

Das Unternehmen mit weltweit 16.500 Mitarbeitern ist während der Coronapandemie vor allem dadurch bekannt geworden, dass es die Fläschchen liefert, in denen der Impfstoff zu den Abnehmern gebracht wird. Bis Ende 2021 sollen Behälter für zwei Milliarden Dosen ausgeliefert werden.

Die Innovationsteams im Konzern arbeiten allerdings auch an Materialien, gegen die das Material der Fläschchen alltäglich erscheint: etwa Glas für Handys, die sich wie ein Armband ums Handgelenk wickeln lassen. Oder Glas, das sich als Pflaster oder Datenträger nutzen lässt. Für die Entwicklung besonders dünner Materialien betreibt Schott ein eigenes Kompetenzzentrum in Grünenplan, einem historischen Glasmacherstandort bei Hannover. Produziert werden die biegsamen Gläser jedoch in Jena, wo Schott vor fast 140 Jahren gegründet wurde.