ExklusivScheidender Bafin-Chef Hufeld arbeitet an Beraterkarriere

Felix Hufeld leitete die Bafin von 2015 bis 2021IMAGO / brennweiteffm

Der scheidende Chef der Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, dient sich als Berater der Finanzwirtschaft an. Wie es sich für einen Chef gehört, verabschiedete sich Hufeld an seinem letzten Arbeitstag am Mittwoch per Mail von den rund 2.700 Mitarbeitern der Bundesbehörde – und darüber hinaus und gesondert von seinen Kontakten in der Finanzindustrie.

In einer E-Mail an „Kollegen, Geschäftspartner, Freunde“, die Capital vorliegt, zieht Hufeld eine kurze und harte Bilanz seiner acht Jahre in der Führung der deutschen Finanzaufsicht. Die Zeit an der Bafin-Spitze gehöre zu den „beeindruckendsten Erlebnissen“ seines Berufslebens, schreibt Hufeld, er bedanke sich für die „großartige Zusammenarbeit“. Zumindest mit einem Halbsatz geht er – ein knappes Jahr nach der spektakulären Pleite des Zahlungsabwicklers Wirecard, wegen der Hufeld letztlich seinen Job verlor – auch auf die Skandale seiner Amtszeit ein: „Ich habe übelstes kriminelles Verhalten ebenso wie beeindruckende Beispiele brillanter Führungsstärke erlebt.“ Er bedanke sich bei „jenen Führungskräften der Finanzindustrie, mit denen ich mich über viele Jahre vertrauensvoll und offen austauschen konnte“. Der Gewinn aus solchen Gesprächen sei „immens und unverzichtbar“.

Abschließend kommt Hufeld in der E-Mail, die er noch von seiner E-Mail-Adresse bei der Bafin verschickte, auf seine Pläne für die persönliche Zukunft. Mit seinem Ausscheiden aus dem öffentlichen Amt beginne für ihn eine zwölfmonatige Abkühlphase. In dieser Zeit, die für frühere Politiker und Spitzenbeamte üblich ist, ist die Annahme von Jobangeboten aus der Wirtschaft generell untersagt oder unterliegt strengen Bedingungen, um Interessenskonflikte zu vermeiden.

„Kleines Portfolio an Mandaten“

Nach dieser Phase aber ist Hufeld durchaus an einer weiteren Karriere interessiert. So schreibt der scheidende Bafin-Chef weiter: „Ich strebe danach keine operative Rolle mehr an, sondern versuche, ein kleines aber feines Portfolio von Mandaten zu übernehmen, in denen ich meine spezifische Erfahrung aus der privaten Wirtschaft wie auch dem öffentlichen Amt einbringen kann.“ Für den künftigen Kontakt fügt er noch seine private E-Mail-Adresse sowie seine Mobilnummer an.

Eine Sprecherin der Bafin bestätigte die Mail, die auf deutsch und englisch an externe Kontakte in der Banken- und Versicherungswirtschaft gerichtet war.

Hufeld war Ende Januar von seinem Posten abberufen worden, um Platz für eine Neuausrichtung der Finanzaufsicht zu schaffen. Zuvor hatte der Bafin-Chef über Monate hinweg Fehler im Umgang mit dem Skandalunternehmen Wirecard zurückgewiesen und darauf gepocht, dass die Bafin stets im Rahmen ihrer Möglichkeiten gearbeitet habe und für viele heute bekannte Missstände bei Wirecard nicht zuständig gewesen sei. Seinen Posten übernimmt der Brite Mark Branson, bis vor kurzem Chef der Schweizer Finanzaufsicht.

 


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