Digilab-StudiePandemie wirbelt Digitallabore durcheinander

Blick in ein Büro von EnBW InnovationEnBW

Die digitalen Innovationseinheiten deutscher Konzerne geraten im Gefolge der Corona-Krise stark unter Druck. Viele bekommen neue Aufgaben oder erhalten weniger finanzielle Mittel von den Mutterunternehmen, manche müssen sich komplett neu orientieren. Das ist das Ergebnis der fünften gemeinsamen Studie des Wirtschaftsmagazins Capital und der Hamburger Management-Beratung Infront Consulting. Die Studie ist die größte dieser Art im deutschsprachigen Raum – auf ihrer Basis werden jährlich die derzeit besten Einheiten ausgezeichnet.

Die neue Capital ist im Handel – mit der gesamten Auswertung der Digilab-Studie

Im Jahr 2021 gehören die Digitallabore von Körber, des Energieversorgers EnBW und einer Tochter des Telekommunikationsunternehmens Telefónica zu den Gewinnern. Die Analyse basiert auf der Auswertung von Online-Fragebögen und anschließender persönlicher Interviews.

„Kennzahlen sind viel wichtiger geworden als am Anfang“, sagt Felix Lau, Studienautor von Infront. „Alle wissen: Wer nicht misst, der lernt nicht.“ Bei den Budgets der Labore wurde laut der Erhebung spürbar gekürzt: Im Durchschnitt gingen die zur Verfügung gestellten Mittel im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 27 Prozent zurück. Zudem sank die Zahl der festen Mitarbeiter. Zugleich allerdings stiegen die Anforderungen an die Einheiten. „In den vergangenen Jahren galt Digitalisierung als Chance oder als etwas, was die Unternehmen sich zusätzlich leisteten“, sagt Lau. „Jetzt ist klar geworden, dass sie ein Faktor ist, um zu überleben.“

Digitallabore sind für viele Firmen unersetzlich geworden

Die Digitallabore stehen in der Pandemie vor sehr unterschiedlichen Problemen. Auf der einen Seite zeigt sich bei manchen Unternehmen – wie bei Fluglinien – wie schnell ein Geschäftsmodell infrage gestellt werden kann. Auf der anderen Seite, wie in der Medizintechnik, gibt es Fälle, in denen die Nachfrage nach einem bestimmten Produkt auf einmal sprunghaft steigt. Beides kann mit digitalen Mitteln angegangen werden, weshalb die Innovationseinheiten für die meisten Unternehmen weiterhin eine große Bedeutung haben.

„Als wir vor fünf Jahren anfingen, systematisch die Landschaft der Innovationseinheiten zu analysieren, steckten viele dieser Programme noch in den Kinderschuhen“, sagt Infront-Studienautorin Lea Münch. „Heute sehen wir Einheiten, die für die Transformation ihrer Mutterunternehmen zu einer unersetzlichen Stütze geworden sind.“

 


Die gesamte Auswertung der Digitallabor-Studie ist in der aktuellen Capital 7/2021 erschienen. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes und GooglePlay