Klimabewusste Unternehmen

CO2-StudieLanxess: „Klimaschutz ist für uns ein Business-Case“

Lanxess-Hochhaus in KölnIMAGO / Future Image

Herr Fink, Lanxess hat seit 2004 die CO2-Emissionen mehr als halbiert, von 6,5 Millionen auf 3 Millionen Tonnen. Was war dabei Ihr wichtigster Hebel?

Seit 2009 eliminieren wir mit einer Anlage in Krefeld-Uerdingen Lachgas, das für das Klima umgerechnet 300-mal schädlicher ist als CO2. Es entsteht, wenn wir Vorprodukte für Kunststoffe herstellen. Wir spalten das Gas bei über 1000 Grad in Sauerstoff und Stickstoff auf und machen es so unschädlich. Die Abwärme nutzen wir zum Heizen.

Dazu steigen Sie aus der Kohle aus.

Am Niederrhein werden wir mittelfristig nur noch Erdgas einsetzen, das ist klimafreundlicher. In Brasilien produzieren wir unsere Energie bereits vollständig aus Biomasse, in Indien stellen wir gerade auf Biomasse und Solarstrom um. Wie schnell wir vorankommen, hängt vom Standort ab.

Stoßen Sie Unternehmensbereiche ab, um klimafreundlicher zu werden?

Bei M&A-Entscheidungen spielt der CO2-Fußabdruck eine wichtige Rolle. Kürzlich haben wir das Geschäft mit Chromchemikalien in Südafrika verkauft. So sparen wir 200.000 Tonnen Kohlendioxid ein. Klimaschutz ist für uns ein Business-Case. So haben wir unser Portfolio auf die weniger CO2-intensive Spezialchemie ausgerichtet.

Was investiert Lanxess fürs Klima?

Wir haben bis 2025 Investitionen von 100 Mio. Euro eingeplant.

Die CO2-Reduktion wird auch Ihren Bonus mitbestimmen.

Damit starten wir dieses Jahr. Ich bin optimistisch, dass wir unsere Klimaziele erreichen. Bis 2025 wollen wir unsere Emissionen um weitere 25 Prozent reduzieren, bis 2040 klimaneutral sein.

  • CARR-Wert (in Prozent) 5,0
  • Emissionsintensität 449,6
  • CO2-Emissionen (in Tonnen) 3.058.000

Die vollständige Tabelle mit allen Ergebnissen der CO2 Studie sowie Hinweise zur Methodik finden Sie hier: