IPCC-Bericht Fünf Erkenntnisse des Weltklimarats zu Finanzströmen

Für die Abmilderung des Klimawandels müssen laut IPCC-Bericht auch Finanzströme nachhaltig umgeleitet werden.
Für die Abmilderung des Klimawandels müssen laut IPCC-Bericht auch Finanzströme nachhaltig umgeleitet werden.
© IMAGO / Westend61
Der Weltklimarat hat den dritten Teil seines Sachstandsbericht vorgestellt. Darin geht es darum, wie der Klimawandel abgemildert werden kann. Ein Bestandteil: die Umlenkung der Finanzströme

Die wohl wichtigste Nachricht aus dem neuen Bericht des Weltklimarats IPCC: Noch kann der Klimawandel gebremst werden. Aber: Dafür müssen CO2-Emissionen in allen Sektoren drastisch reduziert werden – und zwar schnell.

Der am Montag veröffentlichte dritte Teil des Sachstandsberichts zum Klimawandel konzentriert sich auf die Möglichkeiten, CO2-Emissionen einzudämmen und den Klimawandel abzumildern. Dafür braucht es auch Investitionen, die in den Klimaschutz fließen. Mit Blick auf die Finanzströme stellt das IPCC unter anderem fünf wichtige Punkte fest:

#1 Die bisherige Höhe der Finanzströme, die in den Klimaschutz fließen, reicht nicht aus

Um die CO2-Emissionen effektiv zu reduzieren, müssen – davon sind die Autoren des IPCC-Berichts überzeugt – auch Finanzströme klimafreundlich umgeschichtet werden. Bislang komme die Anpassung der Investitionen an die Ziele des Pariser Abkommens aber nur langsam voran und erreiche noch nicht das Niveau, das man benötige, „um in allen Sektoren und Regionen die Minderungsziele zu erreichen“, heißt es. Der durchschnittliche jährliche Investitionsbedarf, der benötigt werde, um die Erderwärmung auf 2 oder 1,5 Grad zu begrenzen, liegt demnach drei bis sechs Mal höher als das derzeitige Investitionsvolumen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass höhere Investitionen in den Klimaschutz notwendig sind – dafür brauche es politische Entscheidungen und internationale finanzielle Zusammenarbeit.

#2 Die gute Nachricht: Das Geld ist da

Ein ermutigendes Fazit aus dem Bericht: Das Geld, das für Investitionen in den Klimaschutz benötigt wird, ist vorhanden. Weltweit, so die Autoren des Berichts, sei ausreichend Kapital vorhanden, um die bestehenden Investitionslücken zu schließen. Doch die Finanzmittel seien ungleich verteilt.

#3 Investitionslücken betreffen vor allem Entwicklungsländer

Nicht überall fehlt gleich viel Geld für Klimaschutzinvestitionen. Am größten sei die Lücke in Entwicklungsländern, stellen die Autoren des Berichts fest. Und gerade für diese Länder ist es oft nicht einfach, die benötigten Finanzmittel zu beschaffen. Zu den Hindernissen gehören der Verschuldungsgrad und die wirtschaftliche Anfälligkeit der betreffenden Länder oder auch eine unzureichende Bewertung der klimabezogenen Risiken und Investitionsmöglichkeiten.

#4 Industrieländer sollten Entwicklungsländer unterstützen

Um wirksamen Klimaschutz zu ermöglichen, sollten Industrieländer Entwicklungsländer finanziell unterstützen. Das sei sein entscheidender Faktor für die Verstärkung der Maßnahmen zur Abmilderung des Klimawandels, heißt es in dem Bericht. Das, so die Autoren weiter, würde auch die wirtschaftliche Anfälligkeit der Entwicklungsländer für den Klimawandel reduzieren. Unterstützt werden sollten demnach vor allem besonders anfällige Regionen, zum Beispiel afrikanische Länder südlich der Sahara. Wichtig sei es in diesem Kontext auch, die Erholung von der Coronapandemie nachhaltig zu gestalten – gemeinsam mit den verstärkten Finanzströmen könne das die Klimaschutzmaßnahmen beschleunigen.

#5 Es braucht eine breite Anstrengung

Die Autoren des Berichts plädieren für klare politische Signale zugunsten des Klimaschutzes – von Regierungen und der internationalen Gemeinschaft. Gemeinsam mit einem höheren Niveau der öffentlichen Klimafinanzierung könne das auch die Unsicherheiten für den Privatsektor verringern. Investoren, Finanzintermediäre, Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden könnten „das Bewusstsein, die Transparenz und die Berücksichtigung klimabezogener Risiken und Investitionsmöglichkeiten erhöhen“, heißt es weiter. Außerdem empfehlen die Autoren unter anderem, die Technologieentwicklung stärker zu unterstützen und soziale Verteilungseffekte zu berücksichtigen.


Mehr zum Thema



Neueste Artikel