InfografikWarum die deutsche Wirtschaft lahmt

Mit dem Bruttoinlandsprodukt signalisiert ein weiterer Indikator das Schwächeln der deutschen Wirtschaftslage
Mit dem Bruttoinlandsprodukt signalisiert ein weiterer Indikator das Schwächeln der deutschen WirtschaftPixabay

Schon vor der Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes hatten Ökonomen sowie das Kieler Institut für Weltwirtschaft mit einem gesunkenen Bruttoilandsprodukt für das zweite Quartal gerechnet. Jetzt ist der befürchtete Rückgang da: Im Vergleich zu einem schwachen Plus von 0,4 Prozent ist die Wirtschaft von April bis Juni um 0,1 Prozent zurückgegangen. Sollte das BIP auch im Sommerquartal schrumpfen, befände sich Deutschland in einer technischen Rezession.

Die Anzeichen für eine Flaute der Konjunktur der deutschen Wirtschaft haben sich zuletzt gehäuft: Vor einer Woche vermeldete das Statistische Bundesamt einen Rückgang der Industrieproduktion im Juni um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat – der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Der Wirtschaftsdienst Bloomberg prognostizierte daraufhin, die schlechte Wirtschaftslage der Industrie könnte in den nächsten Monaten auf andere Sektoren übergreifen.

Internationale Spannungen wie eine Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China könnte die bereits gesunkene Auslandsnachfrage zusätzlich dämpfen – und die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen. Die Exportwirtschaft leidet ohnehin unter der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump. Bereits jetzt rechnen erste Prognosen mindestens mit einer Stagnation der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal des Jahres.

Ökonomen weisen aber auch auf die robuste Binnenkonjunktur hin. „Die Binnenkonjunktur bleibt indes solide, wenngleich auch der Arbeitsmarkt nicht mehr so boomt wie zuvor. Auf den Baustellen wird jedoch weiterhin ordentlich rangeklotzt“, sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claus Michelsen. Er und andere Volkswirte fordern bereits Investitionen zur Stabilisierung der Konjunktur. „Der Staat sollte mehr Geld ausgeben, um beispielsweise Projekte der Energie- und Mobilitätswende, im Bereich der Digitalisierung, aber auch auf dem Wohnungsmarkt voranzubringen“, sagte Michelsen. Die Gelegenheit sei angesichts der niedrigen Zinsen günstig. Bundeskanzlerin Angela Merkel will jedoch von einer höheren Neuverschuldung noch nichts wissen.

Diese fünf Grafiken illustrieren den Abschwung, in dem sich die deutsche Wirtschaft derzeit befindet. Nur der Arbeitsmarkt erweist sich noch als stabil.