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Chipindustrie Chip-Riese TSMC plant Werk in Deutschland

Besucher TSMC-Stand auf dem World Semiconductor Congress 2022 in Nanjing
TSMC: Produziert der Chiphersteller aus Taiwan bald auch in Deutschland?
© picture alliance / CFOTO
Die Bundesregierung drängt globale Halbleiterkonzerne, in Deutschland zu investieren. Nun bahnt sich offenbar ein weiteres Großprojekt an 

Der taiwanesische Halbleiterkonzern TSMC treibt Pläne für eine eigene Fertigung in Deutschland voran. Nach Capital-Informationen wird ein Standort im Großraum Dresden erwogen, wo bereits andere Chiphersteller in den vergangenen Jahren Produktionsstätten aufgebaut haben. Um die Möglichkeiten in Deutschland auszuloten, soll eine TSMC-Delegation im Oktober nach Sachsen reisen.

Die Sondierungen von TSMC könnten ein wichtiger Schritt bei dem Versuch sein, Deutschland in der Versorgung mit Halbleitern unabhängiger von globalen Lieferketten zu machen. Engpässe infolge der Coronapandemie hatten monatelang zu einem Chipmangel vor allem bei deutschen Autoherstellern geführt. Die deutsche Automobilindustrie drängt nun offenbar auch intensiv auf eine TSMC-Ansiedlung in Deutschland. Geplant ist nach Angaben taiwanesischer Medien die Fertigung mit der Technologie moderner 300-Millimeter-Wafer – den Scheiben, auf die die Chips aufgebracht werden.

TSMC ist der weltgrößte Auftragsfertiger von Halbleitern, hat einen Großteil seiner Produktion aber auf Taiwan konzentriert. Im Zuge der Spannungen mit China nimmt der Druck auf den Konzern zu, auch Fabriken in den USA und der EU zu bauen. Zu den Europa-Plänen sagte ein Unternehmenssprecher, es sei „noch keine konkrete Entscheidung gefallen“. TSMC verwies auf eine Schweigeperiode vor dem nächsten Finanzbericht am 13. Oktober.

Das Bundeswirtschaftsministerium wollte das konkrete Interesse von TSMC auf Anfrage nicht bestätigen. Allerdings ist die Bundesregierung bereit, die Ansiedlung von Halbleiterproduzenten im Land umfangreich zu fördern. Es sei das Ziel, „die Forschungs- und Produktionskapazitäten in Deutschland und der EU zu erhöhen und die Industrie durch gute Rahmenbedingungen dabei zu unterstützen, ihre Lieferketten stärker zu diversifizieren“, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Mitte März hatte der US-Chiphersteller Intel den Bau einer Gigafabrik in Magdeburg bekannt gegeben. Das Projekt soll im Rahmen des European Chips Act subventioniert werden – einem Gesetz zur Stärkung der Halbleiterfertigung in der EU.

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