Podcast „Beim Unicorn-Run machen wir nicht mit“

Digitalvorstand Arnulf Keese
Digitalvorstand Arnulf Keese
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Der langjährige Digitalmanager Arnulf Keese ist am Umbau der DKB zu einer „Tech-Bank“ beteiligt. Wie läuft das? Und was sind die Schwierigkeiten? Darüber hat er im Podcast gesprochen

Die Direktbank DKB will sich zu einer „Tech-Bank“ wandeln. Dafür braucht es neue Jobprofile, mehr als 100 Tech-Spezialisten hat die Bank nach eigenen Angaben seit dem vergangenen Jahr eingestellt. Auch die bestehenden Mitarbeiter erhalten teilweise neue Jobs. „Wir haben Banker zu Technikern weitergebildet“, sagt Digitalvorstand Arnulf Keese. Doch das funktioniere nicht mit „der Brechstange“ und auch nicht jeder müsse programmieren können.

Zusätzlich habe man eine Schnittstellen-Infrastruktur eingeführt. Denn: „Wir waren vorher nicht schnell genug, um uns an dem Markt anzupassen“, sagt Keese. Darauf aufbauend startete vor einiger Zeit eine neue Banking-App – die aber trotz neuer Technologie nur mit Verspätung auf den Markt kam. „Wir würden uns alle wünschen, dass es schneller geht“, sagt der Manager. Die neue App, die zunächst nur über die Basisfunktionen eines Kontos verfügt, soll sich zeitnah weiter entwickeln, zum Beispiel mit einem Aktienhandel-Feature. Das ist bislang nur über eine andere App verfügbar – ein Kritikpunkt der Bestandskunden.

Die Bank ist für Zukäufe offen

Kryptohandel bei der Bank erteilt der DKB-Vorstand aber zumindest kurzfristig eine Absage. „Krypto ist bei uns nicht im Fokus, das Thema ist von großen Hypes überlagert“, sagt Keese. Für Kunden, die spekulieren wollten, sei sein Haus ohnehin nicht bekannt.

Kürzlich hat die DKB zusammen mit Solidvest einen eigenen Robo-Advisor gelauncht. Mit dem Start sei die Bank zufrieden. Man sei sich aber bewusst, dass der Robo-Hype „nicht mehr ganz so heiß“ sei. Man wolle Anlagealternativen schaffen.

Über Zukäufe denkt die Bank auch nach. Das könnten ganze Unternehmen, Start-up-Investments oder auch nur Talent-Käufe sein, also sogenannte Acquihires. Doch „beim Unicorn-Run machen wir nicht mit“, betont Keese. Es würde nichts bringen, wenn die DKB bei den milliardenschweren Start-ups noch „einen Geldkoffer“ obendrauf legen würde.

Über die Kritik an der DKB-App, die Kooperation mit anderen Anbietern und seine Enttäuschung über Open Banking spricht Keese im Podcast. Der Vorstand ist am 18. Mai auch auf der FinanceFWD-Konferenz, falls ihr ihn mal live erleben wollt.

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