StilfragenScharfer Schnitt für den Businesslook


Christian Greiner ist Vorstand des Münchener Modekonzerns Ludwig Beck


Capital: Wie sieht für Sie moderne Businessmode aus?

Greiner: Nie verkleidet, aber ein Businesslook sollte immer „scharf“ geschnitten sein. Einen Anzug, der gut sitzt, muss man auch spüren.

Was sind Dos and Don’ts im Büro – ganz gleich ob an der Rezeption, in der Buchhaltung oder auf der Vorstandsetage?

Es kommt immer auf die Firma an, aber kurze Hosen haben meiner Meinung nach im Büro nicht viel verloren. Ansonsten ist alles erlaubt, was die Persönlichkeit der Person unterstreicht und für die Firma und deren Kunden angemessen und förderlich ist.

Was sind die wichtigsten neuen Trends der kommenden Saison für Businessmänner und -frauen?

Im Herbst sind Westen wieder ein Thema in der Businessmode. Damit kann man sich im „Baukastenprinzip“ einen modernen Dreiteiler zusammenstellen. Bei den Stoffen werden dezente Musterungen und Strukturen wichtig. Generell wird Komfort wieder groß geschrieben, vielen Marken bieten Anzugqualitäten mit leichtem Stretch-Anteil an. Außerdem sind coole Gehstöcke ein neues Thema im Herbst, etwa von Rusque SL.

„Ich finde elegante Hüte sehr spannend“

Welche Klassiker sollte jeder Mann in seinem Kleiderschrank haben?

Einen schönen Trenchcoat und einen edlen Smoking, der bitte auch „scharf“ geschnitten sein sollte.

Welches Modestück verdient Ihrer Meinung nach ein Revival?

Auch wenn ich persönlich keine trage, finde ich elegante Hüte sehr spannend.

Wer ist und bleibt für Sie ein modisches Vorbild, wer verdient Ihr Prädikat „Stilikone“?

Sean Connery in seiner James Bond Rolle. Aber auch Tom Ford ist für mich einer der spannendsten Persönlichkeiten, wenn es um Design, Stil und Mode geht.

Welche modische Anschaffung war ihr bester Kauf/das langlebigste Geschenk?

Eine Lederjacke von Saint Laurent.

Stilsünde Schlaghose

Jenseits des Dresscode: In welchem Outfit gehen Sie am Samstag zum Bäcker?

Sneaker, Jeans, T-Shirt und Lederjacke.

Ihre größte Stilsünde war…?

Da gab es sicherlich einige, auch wenn man sich manche Frisuren auf Bildern ansieht. Am tiefsten eingebrannt hat sich aber die Erinnerung an meine Schlaghosen in meiner Schulzeit.

Wie kaufen Sie Mode: in der Boutique, im Kaufhaus oder online? Begründen Sie bitte Ihre Wahl.

Überall! Nachdem ich keinen wirklichen Bedarf habe, lasse ich mich meist spontan „verführen“ und das kann über jeden Vertriebskanal geschehen. Aber prinzipiell bin ich schon sehr den innovativen, stationären Handelskonzepten zugetan. Ich finde es toll, wenn Ware mit Liebe zum Detail und Passion inszeniert wird.

Kurz & knapp: Krawatte oder Fliege?

Krawatte

Rasur: trocken oder nass?

Nass

Anzug: Doppel- oder Einreiher?

Einreiher

Kaschmirmantel oder Outdoor-Jacke?

Kaschmirmantel

Barfuß oder Lackschuh?

Lackschuh

Weitere Stilfragen: Ein CEO in Turnschuhen (Gant-Designer Christopher Bastin), „Lassen Sie Ihre Beine bedeckt“  (Toby Bateman von Mr Porter) und „Scharfes Sakko, weißes Hemd“ (Different-Fashion-Chef Manuel Rivera)