Interview„Mechanische Uhren sind autark und beruhigend“

Christian Schaffrath
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Christian Schaffrath ist Urenkel des Gründers der Schmuckmarke Schaffrath, die er gemeinsam mit seinem Cousin Alexander Leuz führt. Der gelernte Diamantaire und sein Team bürgen für die hohe Qualität der verarbeiteten Diamanten und deren Schliff in der eigenen Manufaktur.


Capital: Wie würden Sie Ihren Uhrengeschmack beschreiben?

CHRISTIAN SCHAFFRATH: Ich trenne zwischen Uhren, die mir gefallen und solchen, die ich persönlich tragen würde. Um mich anzusprechen, braucht eine Uhr ein besonderes, unverwechselbares Merkmal und ein dennoch möglichst zeitloses Design. Ein distinguierter Evergreen sozusagen, gar nicht leicht zu finden. Generell finde ich diese kleinen Kunstwerke einfach fesselnd, in denen diverse Materialien stecken, technische Innovation, Handwerkskunst und nicht zuletzt der jeweilige Zeitgeist!

Wie viele verschiedene Uhren tragen Sie im Laufe einer Woche?

Das hängt von den Anlässen im Laufe einer Woche ab. Ich reise viel, da halte ich es gerne unkompliziert und entscheide mich für ein Modell. Bin ich an einem Ort, wechsle ich maximal zwei- oder dreimal.

Nach welchen drei Kriterien suchen Sie eine (neue) Uhr aus?

Design, Wertbeständigkeit und Tragekomfort sowie Funktion.

Können Sie sich noch an Ihre erste Uhr erinnern?

Ich wurde im Zeitalter der Swatch geboren, aber meine erste „seriöse“ Uhr war eine TAG Heuer Professional 200M Chronograph in Stahl. Die existiert auch noch, ich hatte sie kürzlich auf der Suche nach einem anderen Modell zufällig in der Hand.

Ihr bester Tipp zum Zeitsparen im Alltag oder Job?

Zeit lässt sich nicht sparen, sie vergeht so oder so und Uhren erinnern uns daran. Mit soliden Prioritäten kann man aber eine ganze Menge unnützer Tätigkeiten vermeiden und hat so vielleicht am Ende ein paar Stunden über.

Ihr bester Tipp gegen Prokrastination/Verschieberitis?

Einfach machen!

Warum hat die Armbanduhr bisher die digitale Transformation überlebt?

Weil eine analoge Armbanduhr wunderbar autark funktioniert, im Gegensatz zu ihren digitalen Verwandten. Kein Akku, kein Fahnden nach der nächsten Steckdose, sie funktioniert einfach. Das finde ich wirklich faszinierend und irgendwie beruhigend.

Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten – in welches Jahr würden Sie reisen und warum?

One-way-Ticket oder Roundtrip? Mich würde am meisten das völlig Unbekannte interessieren, die sehr ferne Zukunft. Vielleicht das Jahr 2500, bis dahin ist sicher so viel passiert, dass ich mich gleichzeitig frage, ob ich das überhaupt alles erfahren will …

Welche Uhr ist Ihnen besonders lieb und teuer? Mit welchem Zeitmesser verbinden Sie besondere Erlebnisse, Anekdoten oder Menschen?

Das ist einfach: meine Rolex Submariner Date mit grünem Zifferblatt und Lünette, unter Fans auch bekannt als „Rolex Hulk“. Gekauft habe ich sie 2010, dem Jahr ihrer Premiere – lange vor dem späteren Hype. Seitdem ist sie quasi mein täglicher Begleiter. Es war zudem meine erste Rolex und mein Cousin und Geschäftspartner Alexander Leuze hat mir zu der grünen Ausführung geraten. Sonst hätte ich die schwarze Variante erworben. Dafür noch mal: „Danke, Alex, alles richtig gemacht“.