Uhren „Das New York der 60er würde ich gern live erleben“

Philipp Man, CEO und Co-Gründer von Chronext
Philipp Man, CEO und Co-Gründer von Chronext
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Vom Boom des Marktes für gebrauchte Uhren hat Chronext in den letzten Jahren stark profitiert. Insofern war CEO Philipp Man für seine Jury-Aufgabe beim Capital Watch Award fachlich bestens gerüstet. Wie er auf Uhren blickt, verrät er im Interview

Philipp Man ist CEO des globalen Uhren-Onlinemarktplatzes Chronext, den er 2013 gemeinsam mit seinem früheren WG-Kumpel und jetzigen CTO Ludwig Wurlitzer gründete. In den letzten Wochen machte das Unternehmen mit Sitz in Köln vor allem durch die Berufung hochkarätiger Persönlichkeiten aus der Luxus- und Techbranche ins Topmanagement und in den Vorstand von sich reden. Ehe Philipp Man seine lebenslange Leidenschaft für Uhren zum Business erkor, gründete er ein Mode-Start-up und war im Bereich Consulting sowie Rohstoffhandel tätig.

Wie würden Sie Ihren Uhrengeschmack beschreiben?

Der ist vielfältig, weshalb in meiner Sammlung auch ständig viel Bewegung herrscht. Mich interessieren vor allem das Design und die kulturelle Bedeutung von Uhren. Für die Komplikationen begeistert sich mein Mitgründer Ludwig Wurlitzer dagegen mehr als ich.

Wie viele verschiedene Uhren tragen Sie im Laufe einer Woche?

In der Regel um die zwei bis drei verschiedene.

Nach welchen drei Kriterien suchen Sie eine (neue) Uhr aus?

Die Story hinter einer Uhr und die Emotionen, die mitschwingen. Auch die Optik finde ich entscheidend. Und schließlich der Preis, weshalb kaufe ich bevorzugt CPO kaufe („certified pre-owned“, also gebrauchte Uhren mit Echtheitszertifikat).

Können Sie sich noch an Ihre erste Uhr erinnern?

Auf jeden Fall! Das war eine Rolex GMT Master, für die ich damals lange Zeitungen ausgetragen und gespart habe. Die besitze ich bis heute.

Ihr bester Tipp zum Zeitsparen im Alltag oder Job?

Auf die konkrete Aufgabe konzentrieren, das spart im Vergleich zu Multitasking viel Zeit. Und die kann man dann wiederum in andere berufliche Aufgaben oder seine Freizeit investieren.

Ihr bester Tipp gegen Prokrastination bzw. Verschieberitis?

Oft gehört, trotzdem wahr: sofort machen. Dafür muss man den inneren Schweinehund überlisten, beispielsweise mit kleinen Belohnungen für erreichte Meilensteine auf dem Weg zum Ziel. Für den Start empfehle ich simples Runterzählen, also „3, 2, 1, los“. Das habe ich auch bei meinem ersten Sprung vom 10-Meter-Brett im Schwimmbad so gemacht.

Warum hat die Armbanduhr bisher die digitale Transformation überlebt?

In analogen Uhren steckt unglaubliches Handwerk und ganz viel Leidenschaft. Man braucht sie nicht, aber möchte sie haben. Dieses Gefühl kann kein digitales Objekt erzeugen.

Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten – in welches Jahr würden Sie reisen und warum?

Ins New York der 1960er Jahre, wie ich es aus vielen Filmen der Zeit kenne. Diesen Look und diese Atmosphäre würde ich nur zu gern live erleben.

Welche Uhr ist Ihnen besonders lieb und teuer?

Irgendwann würde ich gern eine „Lange 1“ von A. Lange & Söhne kaufen. Ein Modell, dass mein Vater früher besaß, und das ich als Kind nie anfassen durfte. Dadurch besitzt sie in meiner Erinnerung besonders viel Bedeutung und Magie. Heute fasziniert mich zudem die Geschichte dieser Marke aus Glashütte, die Mut und Durchhaltewillen verströmt. Der Neustart 1990 durch den Urenkel des Gründers, da bekommt man Gänsehaut.



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