Gehalt So wirkt sich ein Ausbildungsabbruch auf das Gehalt aus

Symbolbild Gehalt
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© Jens Schicke / IMAGO
Wer seine Ausbildung abgeschlossen hat, verdient mehr als jemand, der sie abgebrochen hat. Eine Studie hat ermittelt, wie groß die Differenz konkret ist

Jeder fünfte der zwischen 1999 und 2002 geschlossenen Ausbildungsverträge ist vorzeitig gelöst worden. Anschließend begannen 4 Prozent aller Auszubildenden eine neue Ausbildung und schlossen diese erfolgreich ab. 15 Prozent hingegen machten bis zum Jahr 2018 keinen Berufsabschluss. Das hat Folgen: Wie sich diese konkret auf den Verdienst auswirken, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Beispiel des Saarlands untersucht.

Die Ergebnisse der Studie : Abbrecher verdienen fünf Jahre nach dem ersten Ausbildungsbeginn 5,3 Prozent weniger als Menschen, die ihren Abschluss ohne Unterbrechungen machen. Zehn Jahre nach Beginn der ersten Ausbildung steigt der Lohnunterschied auf 7,3 Prozent.

In konkreten Zahlen heißt das: Fünf Jahre nach Beginn der ersten Ausbildung verdienten Absolventen 53 Euro pro Tag, Unterbrechende knapp 42 Euro pro Tag und Abbrecher 31 Euro am Tag. Nach zehn Jahren verdienten Abbrecher 48 Euro pro Tag und damit 12 Euro weniger als Unterbrecher und 28 Euro weniger als Absolvierende. „Ein Großteil der Abbrechenden entwickelt diskontinuierliche Erwerbskarrieren und erzielt langfristig geringere Löhne“, sagte IAB-Forscher Alexander Patzina.

Anders verhält es sich bei Menschen, die zwar abbrechen, später jedoch einen Abschluss in einer neuen Ausbildung erwerben. Sie verdienen ähnlich viel wie diejenigen, die auf direktem Weg ihr Ziel erreichten.

Außerdem ergaben die Untersuchungen: Abbrecher sind oft kürzer beschäftigt als Unterbrecher und Menschen, die ihren Abschluss direkt machten. Auszubildende, deren Vertrag gelöst wurde, absolvierten ihre Lehre übrigens den Angaben zufolge eher in kleinen Betrieben und in Firmen, die ihre Lehrlinge seltener nach der Lehre weiterbeschäftigten.

Vor dem Hintergrund der Studienergebnisse plädieren die IAB-Experten für gezielte Beratungsangebote in Schulen, die jungen Menschen helfen sollten, eine passende Ausbildung zu finden, Abbrüche zu verhindern und Ausbildungsalternativen aufzeigen.

Die Studie basiert auf dem Ausbildungspanel Saarland, das ausbildungs- und erwerbsbiografische Informationen zu Personen enthält, die zwischen 1999 und 2002 mindestens einen Tag in einem Betrieb in einem Ausbildungsverhältnis standen.

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