BerufslebenSo viel Freizeit brauchen wir zum Glücklichsein

Wieviel Freizeit braucht der Mensch?
Wieviel Freizeit braucht der Mensch?Pexels auf Pixabay

Mehr Zeit gegen Geld – diesen Tausch würden viele Deutsche sofort eingehen. Umfragen zeigen immer wieder, dass der Wunsch nach mehr Freiraum fürs Private steigt. Laut einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz würden viele Beschäftigte eine 35-Stunden-Woche wählen, trotz entsprechender Lohneinbußen. Studien zeigen im Gegenzug aber auch, dass es so etwas wie zu viel Freizeit geben kann. Nun wollen US-Wissenschaftler einen Hinweis auf den goldenen Mittelweg gefunden haben.

Ökonomen von den Universitäten von Kalifornien und Pennsylvania werteten die Daten von 35.375 Amerikanern aus, die in den vergangenen Jahrzehnten bei Umfragen zu den Themen Zeit, Zufriedenheit und Arbeitswelt teilgenommen hatten. Das Ergebnis: Am zufriedensten mit ihrem Leben waren jene Beschäftigten, die täglich rund zweieinhalb Stunden zur freien Verfügung hatten. Bei Menschen ohne Job lag die Glücksmarke bei vier Stunden und 45 Minuten, wie das Magazin „The Atlantic“ berichtete. Als „Freizeit“ wurde Zeit definiert, die man mit bloßem Nichtstun verbringen könnte. Darunter fielen beispielsweise Fernsehen, Treffen mit Freunden oder Zeit mit der Familie.

Zwischen Stress und Unproduktivität

Die Untersuchung lieferte keine Erklärung, weshalb diese Zeitfenster glücklich machen. Die optimale Dauer der Freizeit war dem Bericht zufolge aber unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft oder davon, ob jemand Kinder hatte. Menschen mit zu wenig freier Zeit waren demnach gestresst. „Aber interessanterweise nimmt der Stress ab, sobald man sich dem optimalen Punkt nähert“, sagte Cassie Mogilner Holmes von der University of California. Beschäftigte mit mehr als zweieinhalb Stunden Freizeit pro Tag hätten sich hingegen zunehmend unproduktiver gefühlt.

Die Untersuchung kann sicherlich nur einen Hinweis geben, wie viel freie Zeit für ein zufriedenes Leben nötig sind. Dafür spielen beim Glück zu viele Faktoren eine Rolle. Außerdem ist die potenziell zur freien Verfügung stehende Zeit abhängig von den individuellen Arbeits- und Lebensumständen. Nach Holmes’ Ansicht sind die zweieinhalb Stunden pro Tag aber ein guter und realistischer Richtwert für gestresste Berufstätige.