ArbeitsmarktKurzarbeitergeld: Das müssen Sie jetzt wissen

Die Anträge auf Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen sind stark gestiegenBundesagentur für Arbeit

Was ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld soll in akuten Krisen dabei helfen, Entlassungen zu vermeiden. Es handelt sich um eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung. Es hilft Beschäftigten und Unternehmen gleichermaßen. Kurzarbeitergeld gleicht den Verdienstausfall zumindest teilweise aus. Arbeitsplätze können durch die Unterstützung erhalten bleiben, bis sich die wirtschaftliche Lage des Betriebs hoffentlich wieder gebessert hat. Die bisherigen Regelungen wurden angesichts der Coronakrise gelockert, damit mehr Menschen von den staatlichen Hilfen profitieren können.

Die wichtigsten Corona-Sonderregelungen

Der Bundestag hat angesichts der Coronakrise Mitte März das „Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld“ beschlossen. Die Hürden für Kurzarbeit wurden gesenkt. Die Bestimmungen gelten rückwirkend zum 1. März und vorübergehend bis 31. Dezember 2020. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

  • Ein Betrieb kann Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigtem vom Arbeitsausfall betroffen sind. Vorher lag die Schwelle bei einem Drittel der Belegschaft.
  • Auch Leiharbeiter, also Beschäftigte in Zeitarbeit, dürfen jetzt Kurzarbeitergeld beziehen.
  • Beschäftigte müssen keine Minusstunden aufbauen, bevor Kurzarbeitergeld gezahlt werden kann.
  • Arbeitgeber werden zusätzlich entlastet. Sie zahlten bislang für Beschäftigte in Kurzarbeit die Beiträge für die Sozialversicherungen. Die werden nun von der Bundesagentur für Arbeit erstattet.

Kurzarbeitergeld: Grundlagen

  • Der Betriebsrat muss der Einführung von Kurzarbeit zustimmen. Gibt es keinen Betriebsrat oder keine entsprechenden Regelungen im Tarifvertrag, müssen alle betroffenen Mitarbeiter einwilligen.
  • Anspruch haben Arbeitnehmer, die durch wegbrechende Arbeitszeit einen Gehaltsausfall von über zehn Prozent haben und weiterhin versicherungspflichtig beschäftigt sind.
  • Kurzarbeitergeld gibt es auch, wenn Beschäftigte gar nicht mehr arbeiten. Hier spricht man von „Kurzarbeit null“.
  • Den Antrag stellt der Arbeitgeber innerhalb von drei Monaten bei der Bundesagentur für Arbeit. Dies kann auch online geschehen.

Kurzarbeitergeld: Höhe und Dauer

  • Das Kurzarbeitergeld beträgt rund 60 Prozent des fehlenden Nettoentgelts. Lebt mindestens ein Kind im Haushalt, steigt der Satz auf rund 67 Prozent. Die Tabelle zur Berechnung findet sich hier. Der Arbeitgeber kann das Kurzarbeitergeld aufstocken. Die Gewerkschaften fordern eine Aufstockung auf mindestens 80 Prozent.
  • Kurzarbeit muss nicht für die gesamte Belegschaft angemeldet werden. Es können nur einzelne Abteilungen betroffen sein.
  • Kurzarbeitergeld wird höchstens zwölf Monate lang gezahlt. Die Bezugsdauer kann aber unterbrochen werden, etwa, wenn zwischendurch ein Auftrag hereinkommt.

 


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