ArbeitszeitJeder zweite Beschäftigte möchte weniger arbeiten

Symbolbild Überstunden
Symbolbild Arbeitszeitdpa

In Deutschland grassiert die Sehnsucht nach mehr freier Zeit. Fast jeder zweite Beschäftigte wünscht sich kürzere Arbeitszeiten, trotz der entsprechenden Gehaltseinbußen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des Instituts zur Zukunft der Arbeit und des Karrierenetzwerks Xing. Die Präferenz für ein geringeres Arbeitspensum fiel deutlich aus:

  • 39,4 Prozent der Befragten wünschten sich eine kürzere Wochenarbeitszeit von bis zu zehn Stunden
  • 8,3 Prozent wollten das Pensum sogar gern um mehr als zehn Stunden senken
  • 30 Prozent zeigten sich mit der aktuellen Arbeitszeit zufrieden
  • 18,5 Prozent wollten bis zu zehn Stunden pro Woche mehr arbeiten
  • 3,9 Prozent wollten über zehn Stunden länger arbeiten

Laut der Erhebung würde jeder deutsche Arbeitnehmer im Durchschnitt gern pro Woche 2,3 Stunden weniger im Job verbringen. Befragt wurden den Angaben zufolge 2364 repräsentativ ausgewählte, abhängig Beschäftigte (ohne Beamte und Auszubildende).

Am ausgeprägtesten war der Wunsch nach kürzeren Arbeitszeiten in diesen Gruppen:

  • Männer: minus 2,77 Stunden pro Woche (Frauen: minus 1,94 Stunden – das spiegelt laut den Autoren vermutlich den geringeren Teilzeitanteil unter Männern wider)
  • unter 35 Jahre: minus 3,05 Stunden (über 55 Jahre: minus 1,46 Stunden)
  • Studium: minus 3,44 Stunden (Ausbildung: minus 1,99 Stunden)
  • Westdeutschland: minus 2,53 Stunden (Osten: minus 1,45 Stunden)

Familie und Beruf

Ob jemand mehr oder weniger arbeiten möchte, hängt laut den Autoren auch von Jobpräferenzen und Merkmalen des Arbeitsplatzes ab. So würden sich Beschäftigte mit Wunsch nach Flexibilität und mobilem Arbeiten eine besonders deutliche Verringerung der Arbeitszeit wünschen. „Dies könnte auf unerfüllte Bedürfnisse nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf hindeuten“, teilte Xing mit.

Im Gegenzug seien Beschäftigte mit Homeoffice, flexiblen Arbeitszeiten und selbstbestimmten Abläufen bereit, mehr zu arbeiten. Allerdings war hier nicht eindeutig, ob diese Befragten ohnehin auf weniger Wochenarbeitsstunden kommen als die Teilnehmer mit starren Arbeitszeitmodellen.