BerufIn 8 Schritten zum neuen Arbeitszeitmodell

Symbolbild Arbeitszeit
Symbolbild ArbeitszeitGetty Images

#1 Auftaktgespräche führen

Kaum etwas hat einen solchen Einfluss auf das Leben von Mitarbeitern wie veränderte Arbeitszeiten. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) rät deshalb in ihrem Ratgeber für flexible Arbeitszeitmodelle allen Unternehmen dringend dazu, neue Arbeitszeitmodelle ausgiebig mit den Betroffenen zu besprechen und möglichst viele ihrer Wünsche zu berücksichtigen. An den Diskussionen sollten nach Ansicht der Arbeitsschutzexperten Betriebsrat und eventuell externe Fachleute beteiligt werden. Dabei muss auch realistisch der Personalbedarf mit den neuen Zeiten kalkuliert werden.

#2 Plan erarbeiten

Häufig ist ein Arbeitszeitmodell innerhalb eines Betriebs neu und noch nicht erprobt. Hier sollte laut der BAUA eine Planungsgruppe eingerichtet werden, um alle inhaltlichen und organisatorischen Fragen zu klären. Sie erstellt auch einen Zeitrahmen zur Umsetzung des Projekts.

#3 Informationen sammeln

Jeder hat wohl ungefähre Vorstellungen davon, was Homeoffice, Schichtarbeit oder Teilzeit bedeuten. Der Teufel steckt hier wie stets im Detail. Jedes Arbeitszeitmodell birgt eigene Herausforderungen, bei denen es schnell auch an gesetzliche Vorgaben geht. Wenn ein Mitarbeiter im Homeoffice etwa um 23 Uhr noch schnell beruflich E-Mails checkt, darf er laut Arbeitszeitgesetz am nächsten Tag erst um 10 Uhr mit der Arbeit beginnen. Es ist deshalb für Unternehmen im eigenen Interesse, mögliche rechtliche Fallstricke vorab aus dem Weg zu räumen.

#4 Pflichtenheft

Die BAUA rät dazu, ein Pflichtenheft für das neue Arbeitszeitmodell zu erstellen. Darin werden alle gesundheitlichen, sozialen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen festgehalten. Dazu gehören gesetzliche Regelungen, notwendige Qualifizierungsmaßnahmen oder Wünsche der Beschäftigten.

#5 Arbeitszeitmodell auswählen

Jetzt geht es daran, das konkrete Arbeitszeitmodell auszuarbeiten. Das geschieht den Experten zufolge am besten, indem zunächst verschiedene Modelle grob auf ihre Umsetzbarkeit hin abgeklopft werden. Dann solle die Belegschaft eine möglichst geringe Zahl von Alternativen wählen.

#6 Modell testen

Die Alternativen gehen dann in eine Testphase. Die neuen Arbeitszeiten werden zunächst in einigen Abteilungen oder zeitlich befristet eingeführt. Sollen nur wenige Mitarbeiter anders als bislang arbeiten, können dementsprechend weniger Kollegen das Schicht- oder Telearbeitsmodell in der Praxis ausprobieren. Erst hier zeigen sich meist die echten Probleme.

#7 Verbesserungen entwickeln

Läuft das, was auf dem Papier noch so perfekt klang, doch nicht so glatt, können in Phase sieben Lösungen erarbeitet werden. Jetzt wäre laut der BAUA auch der perfekte Zeitpunkt, um Führungskräfte auf künftige organisatorische Aufgaben vorzubereiten und Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten.

#8 Arbeitszeitmodell bewerten

Am Ende der Testphase ist es Zeit für eine Bilanz: Welche Erfahrungen und Probleme gab es mit dem neuen Arbeitszeitmodell? Kommt es für den Betrieb und die anfangs formulierten Ziele infrage? Hat es sich nicht bewährt, kehrt man zu Phase sechs zurück und testet ein anderes Modell. Wenn aber nur kleine Veränderungen ausreichen, kann das neue Arbeitszeitmodell jetzt eingeführt werden.