KarriereDas sind typische Regeln für das Homeoffice

Symbolbild Homeoffice
Symbolbild HomeofficePixabay

Homeoffice wird in immer mehr deutschen Firmen zum Arbeitsalltag. Mittlerweile erlauben vier von zehn Arbeitgebern (39 Prozent) den Einsatz von daheim. Das hat der Digitalverband Bitkom bei einer im Januar veröffentlichten Umfrage unter 855 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen von Unternehmen ab drei Beschäftigten herausgefunden. Damit hat sich der Anteil der Homeoffice-Firmen seit 2014 nahezu verdoppelt. Er lag damals bei 20 Prozent. 2016 stieg die Zahl auf 30 Prozent.

Der Trend zur Heimarbeit dürfte sich fortsetzen. 46 Prozent der von Bitkom Research befragten Unternehmen rechnen mit einer wachsenden Zahl an Homeoffice-Mitarbeitern in den nächsten fünf Jahren. 50 Prozent der Firmen sehen hingegen ihr Homeoffice-Plateau erreicht. Die Umfrage ist laut der Mitteilung repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Strenge Auflagen

Die Arbeit von Zuhause aus scheint auch bei den Abläufen den Kinderschuhen entwachsen zu sein. „Bei vielen Arbeitgebern ist Homeoffice genau geregelt“, teilte Bitkom mit. Dies sind laut dem Branchenverband die häufigsten Regeln bei Firmen, die Heimarbeit erlauben:

  1. An bestimmten Tagen ist Homeoffice untersagt: 74 Prozent
    Das soll sicherstellen, dass alle Mitarbeiter für gemeinsame Termine anwesend sind. So hält es auch Bitkom selbst.
  2. Anwesenheit im Büro ist die Regel, die Arbeit von Zuhause die Ausnahme: 61 Prozent
    Viele Firmen erlauben beispielsweise nur einen Tag Heimarbeit pro Woche.
  3. Mitarbeiter entscheidet nicht selbst über Homeoffice: 46 Prozent
    Heimarbeit muss jeweils im Einzelfall vom Vorgesetzten genehmigt werden.

Viele Gründe gegen Homeoffice

Vorbehalte gegen die Arbeit in den eigenen vier Wänden sind immer noch weit verbreitet. Dies sind laut der Umfrage die häufigsten Gründe, weshalb Firmen keine Heimarbeit erlauben:

  1. Ungleichbehandlung, da nicht für alle Mitarbeiter möglich: 65 Prozent
  2. Ohne direkten Austausch mit Kollegen sinkt die Produktivität: 58 Prozent
  3. Heimarbeit ist generell nicht vorgesehen: 55 Prozent
  4. Mitarbeiter sind nicht jederzeit ansprechbar: 33 Prozent
  5. Gesetzliche Regelungen zum Arbeitsschutz: 27 Prozent
  6. Sorgen wegen Datensicherheit: 22 Prozent
  7. Zu hohe Kosten für technische Ausstattung: 16 Prozent
  8. Furcht vor abnehmender Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen: 9 Prozent

Bitkom fordert mit Blick auf Grund fünf der Liste moderne Arbeitsschutzgesetze für das digitale Zeitalter. Gesetzliche Hürden wie der starre acht-Stunden-Arbeitstag und die elfstündige Mindestruhezeit würden die selbstbestimmte Gestaltung der Arbeitszeit behindern, kritisierte Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Er warnte: „Wer spätabends noch mal die Dienstmails checkt und am nächsten Morgen wieder am Arbeitsplatz ist, verstößt gegen die Gesetze.“


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