ArbeitsrechtHomeoffice, Heimarbeit, Telearbeit: Das sind die Unterschiede

Eine Frau arbeitet im Homeoffice
Eine Frau arbeitet im Homeofficeimago images / epd

Homeoffice ist für viele Menschen seit einem Jahr die Norm. Oft wird synonym von „Heimarbeit“, „Telearbeit“ oder „mobilem Arbeiten“ gesprochen, wenn es um die Arbeit von zu Hause aus geht. Gemeint ist im alltäglichen Sprachgebrauch dasselbe. Wenn es allerdings um schriftliche Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber oder gar einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice geht, ist die korrekte Bezeichnung entscheidend. Denn rechtlich gibt es teils große Unterschiede.

#1 Homeoffice: Definition

Für Homeoffice gibt es (noch) keine verbindlich festgelegte Definition, wie es etwas bei Telearbeit oder Heimarbeit der Fall ist. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat den Begriff in einer Studie so beschrieben: „Tätigkeitsausübung von zu Hause aus, die auf ständiger oder alternierender Basis stattfinden kann.“ Ob Homeoffice auch vom Café aus geht oder ob hier ein eingerichteter Arbeitsplatz Voraussetzung ist – das heimische Sofa plus Laptop also nicht ausreicht – schwankt je nach Definition und hängt auch davon ab, wie häufig der Beschäftigte im Homeoffice arbeitet. Bei sporadischen Einsätzen ist möglicherweise eher der Ausdruck „Mobilarbeit“ angemessen. Das Bundesarbeitsministerium unterstreicht unabhängig von Definitionsfragen: „Die Regeln und Verantwortlichkeiten im Arbeitsschutz gelten auch im Homeoffice.“

#2 Mobilarbeit

Beim mobilen Arbeiten ist der Beschäftigte schlicht außerhalb des Betriebs im Einsatz. Klassischerweise waren damit Beschäftigte im Außendienst gemeint oder Menschen mit einem grundsätzlich mobilen Arbeitsplatz, beispielsweise Lkw-Fahrer oder Zugführer. Der Begriff „mobile Arbeit“ wird mittlerweile aber auch oft für flexibles Homeoffice verwendet. Als Ort kommt hier theoretisch alles infrage, von der Parkbank bis zum heimischen Arbeitszimmer. Das Bundesarbeitsministerium verwendet die Begriffe „Homeoffice“ und „mobile Arbeit“ in einem Online-Ratgeber synonym. Dort heißt es: „Mobile Arbeit setzt die Verwendung von Informationstechnologie voraus. Zu unterscheiden ist die anlassbezogene von der regelmäßigen mobilen Arbeit.“ Angestrebt werde eine gesetzliche Regelung für die regelmäßige mobile Arbeit, „wie zum Beispiel einmal oder mehrfach in der Woche oder zweimal im Monat an einem bestimmten Wochentag“.

#3 Homeoffice ist oft keine Telearbeit

Viele Menschen heften „Telearbeit“ als schlicht altertümlichen Begriff fürs Homeoffice ab. Sie ist allerdings quasi die höchste institutionalisierte Stufe der Arbeit von zu Hause aus. Telearbeit ist in der Arbeitsstättenverordnung geregelt. Sie setzt voraus, dass der Arbeitgeber in der Wohnung des Angestellten einen festen Bildschirmarbeitsplatz eingerichtet hat.

#4 Was ist Heimarbeit?

Heimarbeit ist in einem eigenen Gesetz geregelt. Heimarbeiter sind erwerbsmäßig an einer selbst gewählten Arbeitsstätte im Auftrag eines Unternehmens tätig. Sie verrichten traditionell meist einfache Tätigkeiten, nähen zum Beispiel Servietten oder stecken Kugelschreiber zusammen. Mittlerweile gelten aber unter Umständen auch Programmierer als Heimarbeiter. Sie fallen rechtlich zwischen freie und weisungsgebundene Mitarbeiter.

 


Kennen Sie schon unseren Newsletter „Die Woche“? Jeden Freitag in ihrem Postfach – wenn Sie wollen. Hier können Sie sich anmelden