ArbeitsrechtDiese 5 Regeln für den Zweitjob sollten Sie kennen

Symbolbild Zweitjob
Symbolbild Zweitjobdpa

#1 Was steht im Arbeitsvertrag?

Die mögliche Aufnahme einer Nebenbeschäftigung hängt vom aktuellen Arbeitsvertrag ab. Diesen sollten Sie gründlich studieren, bevor Sie noch woanders jobben. So kann es zum Beispiel sein, dass Sie verpflichtet sind, Ihren Arbeitgeber beziehungsweise Vorgesetzten über die Aufnahme einer weiteren Tätigkeit zu informieren. Möglicherweise müssen Sie dazu sogar einen schriftlichen Antrag stellen. Setzen Sie sich darüber hinweg, kann eine Abmahnung oder gar Kündigung drohen.

#2 Wie viel darf ich nebenbei arbeiten?

Ist mit dem Hauptarbeitgeber alles geklärt, kann es theoretisch losgehen. Allerdings nicht unbegrenzt: Erst- und Zweitjob dürfen zusammen eine Wochenarbeitszeit von 48 Stunden nicht überschreiten. Auch dürfen Sie nicht nahtlos von Schicht zu Schicht wechseln, sondern müssen eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden vor Beginn der Haupttätigkeit beachten. Zudem ist es nicht erlaubt, im Erholungsurlaub Vollzeit in den Nebenjob zu wechseln.

#3 Darf ich den zweiten Arbeitgeber völlig frei wählen?

Was nicht geht, ist für ein Konkurrenzunternehmen tätig sein. Außerdem darf der Nebenjob nicht die Leistungsfähigkeit im Hauptberuf mindern. Nachts arbeiten und dann völlig übermüdet bei der Arbeit zu erscheinen, wird also in der Regel nicht toleriert.

#4 Muss ich ein zweites Mal Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen?

Ist der Nebenjob ein Minijob, können Sie bis zu 450 Euro steuerfrei hinzuverdienen. Ist das Einkommen aus dem Zweitjob jedoch höher, sind auch hier Sozialversicherungsbeiträge fällig. Bei der Rentenversicherung gilt: Zahlen Sie schon in Ihrem Hauptjob, müssen Sie das nicht nochmal tun. Ist die Nebentätigkeit kein Minijob und wird mit dieser sogar mehr Geld verdient, muss dieses auch versteuert werden. Dafür gilt in der Regel die Lohnsteuerklasse VI mit den höchsten Abgaben.

#5 Kann ich mich nebenberuflich selbstständig machen?

Ja. Ist ihr Nebenjob ein Gewerbe, müssen Sie dieses beim Gewerbeamt anmelden. Sie dürfen damit Ihrem Arbeitgeber aber keine Konkurrenz machen und nicht mehr als 15 Stunden pro Woche freiberuflich tätig sein. Alle Einnahmen und Ausgaben aus dem Nebengewerbe müssen dem Finanzamt gemeldet werden. Arbeiten Sie als Kleinunternehmer und verdienen weniger als 17.500 Euro im Jahr, müssen Sie indes keine Umsatzsteuer abführen. Mit Blick auf Regelungen und Möglichkeiten zum Versicherungsschutz empfiehlt es sich, sich individuell bei der Krankenkasse beraten zu lassen.