Psychologie5 Fakten zu Resilienz

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Symbolbild ManagementGetty Images

#1 Was ist Resilienz?

Resilienz ist eine Art psychisches Immunsystem. „Resilienz bedeutet einfach: Obwohl ich schweren Belastungen ausgesetzt war, bleibe ich gesund“, erklärt Raffael Kalisch vom Leibniz-Institut für Resilienzforschung in einem Interview mit „Psychologie Heute“. Während oder nach schwierigen Situationen (zum Beispiel Stress bei der Arbeit, Trennung) werde die psychische Gesundheit aufrechterhalten oder rasch wiederhergestellt.

#2 Was ist wichtig dafür?

Der Resilienzforscher nennt vier wichtige Faktoren, die Resilienz fördern:

1. Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit auch unter extremen Belastungen
2. Optimismus
3. Soziale Unterstützung durch Familie und Freunde
4. Die Art und Weise, wie man negative Ereignisse betrachtet

Trotz der sehr speziellen Situation in der Corona-Krise scheinen diese bekannten Faktoren laut dem Forscher auch während der Pandemie zu funktionieren.

#3 Ist Resilienz angeboren?

Nein. „Es ist kein in Stein gemeißeltes Persönlichkeitsmerkmal“, unterstreicht Kalisch. Resilient sein werde nicht von den Genen diktiert: „Resilienz ist im Fluss und kann sich wandeln. Durch Erfahrungen, durch Inspiration, durch eigenes Ausprobieren.“

#4 Aber warum sind manche Menschen resilienter?

Obwohl Resilienz nicht angeboren ist, sind manche Menschen bei der psychischen Widerstandsfähigkeit im Vorteil. „Wer in seinem Elternhaus gute Vorbilder hatte und so von klein auf gelernt hat, mit Emotionen gut umzugehen, der hat es leichter“, erklärt der Forscher in dem Interview. Im Gegenzug könnten neurotische, also emotional instabile, Menschen stärker unter schwierigen Situationen leiden: „Das Schicksal geht schon
unterschiedlich mit uns um.“

#5 Kann jeder Mensch Resilienz lernen?

Aber auch mit Menschen mit Handicap können laut dem Wissenschaftler lernen, resilienter zu werden. „Grundsätzlich kann es jeder werden“, unterstreicht Kalisch. Der Mensch sei prinzipiell eine resiliente Spezies: „Denn die normale Antwort auch auf eine schwere Traumatisierung ist, dass die meisten Menschen gesund bleiben, dass sie eben keine posttraumatische Belastungsstörung, Depression oder Angststörung entwickeln.

 


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