Kolumne5 Dinge, die unser Gehirn fit halten

Lena Wittneben
Lena WittnebenPR

#1 Schlaf und Pausen

Fernab der Binsenweisheiten. Nur wenn wir ausreichend schlafen, funktioniert unser Denkapparat und wir können konzentriert arbeiten. In der Nacht verarbeitet unser Gehirn Geschehnisse und Informationen des Tages. Vor allem unser Erinnerungsvermögen profitiert von genügend Tiefschlafphasen, um die Erinnerungen des Tages vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis zu überführen.

Genauso wichtig wie genügend Schlaf in der Nacht sind Pausen während der Arbeit. Hierbei geht es weniger um körperliche oder geistige Ruhe, sondern vielmehr um ein Kontrastprogramm zur Tätigkeit in der ersten Tageshälfte. Wer als Schreibtischtäter gebückt über dem Laptop hängt und primär analytisch, logisch und strukturiert denkt, sollte in der Pause möglichst in Bewegung kommen und sich kognitiv leichte Kost gönnen – sei es ein kurzer Plausch mit Kollegen, ein Telefonat mit der besten Freundin oder ein Blick in die Lieblingszeitschrift. Hauptsache wir unterbrechen kurzzeitig den „Online-Modus“ und aktivieren andere Bereiche in unserem Gehirn fernab von Logik und Analyse.

#2 Frische Luft und Bewegung

So banal wie wichtig – nicht umsonst spricht man auch vom „Kopf durchlüften“. Doch es reicht oftmals nicht aus, nur die Bürofenster aufzureißen. Für mentale Erholung und geistige Erfrischung sorgt ein flotter Spaziergang draußen „um den Block“ – gern in Verbindung mit ein paar Stockwerken im Treppenhaus.

Schon wenige Minuten Aktivität an der frischen Luft reichen aus, um wieder geistig fit zu werden. Unser Gehirn wird mit frischem Sauerstoff versorgt, die Durchblutung angekurbelt und somit die geistige Leistungsfähigkeit gesteigert. Anstatt Kollegen zur Besprechung im muffigen Konferenzraum zu treffen, könnte man sich auch gemeinsam beim „walk & talk“ an der frischen Luft austauschen.

#3 Wasser und Glukose

Für unsere Denkleistung ist Flüssigkeit essenziell. Zu wenig trinken kann die Ursache von Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Müdigkeit sein. Unser Hirn besteht zu knapp 95 Prozent aus Wasser und schwimmt zudem in seinem „Liquor“ (Hirnflüssigkeit). Durch unser Hirn fließen tagtäglich rund 1400 Liter Blut, und sobald es nicht ausreichend Wasser (oder Sauerstoff) bekommt, meldet es mit diesen Symptomen Alarm.

Häufig vergessen wir, ausreichend zu trinken, und sitzen wortwörtlich nach den ersten drei, vier (?) Tassen Kaffee bis zur Mittagspause auf dem Trockenen. Umgehen wir diese Dürreperiode geschickt und starten den Tag mit einer vollen Literkaraffe Wasser auf dem Schreibtisch.

Zwar macht unser Gehirn gerade zwei Prozent unseres Körpergewichts aus, es verbraucht aber satte 20 Prozent der benötigten Energie. Diese müssen wir auch in Form von „Glukose“ bereitstellen, frei nach dem Motto: „Ein leerer Bauch studiert nicht gern.“

Doch viele vermeintliche Energiebringer treiben unsere Leistung und den Insulinspiegel kurzfristig in – wenn auch leistungsförderliche – Höhen, nur um danach wieder abzustürzen, und zwar unter den ohnehin schon niedrigen Ausgangspunkt. Werfen wir nun wieder nach, in Form von Traubenzucker oder industriell gefertigter Müsliriegel (häufig nur eine euphemistische Variante eines Schoko- oder Keksriegels), rutschen wir mit unserer Energie nur weiter in den Keller.

Die nachhaltigere Variante liefert wortwörtlich „Brainfood“ etwa in Form von Nüssen, Mandeln, Bananen oder Vollkornbrot mit langkettigen Kohlehydraten, die uns länger auf dem Energieplateau verweilen lassen.