Homeoffice4 Fehler von Chefs bei der Remote-Arbeit

Symbolbild: Homeoffice
Symbolbild: HomeofficeGetty Images

Gerade, wenn Arbeiten aus dem Homeoffice nicht zu den gängigen Strukturen Ihres Betriebs und Ihres Führungsstils gehört, stellt das viele Chefs vor Herausforderungen. Wie bleibt man souverän, wenn plötzlich das Büro leer ist? Wie bleibt man in Kontakt und führt sein Team bestmöglich, ohne dabei bemutternd oder gar wie ein Kontrollfreak zu wirken? Capital hat die gängigsten Fehler gesammelt:

#1 Sie sind nicht erreichbar

Wenn die Kommunikation im Team nicht Face-to-Face stattfinden kann, zieht das Schwierigkeiten nach sich. Wichtig in dieser Situation: erreichbar bleiben! Sollten sich bei Ihren Mitarbeitern Unklarheiten oder Fragen ergeben, müssen diese imstande sein, sie zu erreichen. Ist das nicht der Fall, zögern sich nicht nur Arbeitsprozesse hinaus, die vermutlich eigentlich schnell erledigt wären. Ihre Mitarbeiter könnten zudem Ihre Verlässlichkeit infrage stellen und schlimmstenfalls an Ihren Kompetenzen zweifeln.

Dass Sie während der Bürozeiten jederzeit erreichbar sind, sollten Sie auch genauso kommunizieren. Vermitteln Sie Ihrem Team den Eindruck, bei Problemen sofort zur Stelle zu sein. So führt die räumliche Trennung nicht zu Frust oder Missverständnissen. Auch für Einzelgespräche sollten Sie hin und wieder Zeit finden.

#2 Sie legen keine klaren Ziele fest

Was muss diese Woche erledigt werden? Wo liegt die oberste Priorität, was kann notfalls auch auf die lange Bank geschoben werden? Diese Fragen sollten Sie zum Wochenbeginn klar machen und kommunizieren. Tun Sie das nicht, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Missverständnisse entstehen. Zudem wird jeder Mitarbeiter die ausbleibenden Formulierungen von klaren Zielen und Aufgaben anders interpretieren. Während der eine sich freuen mag und die Arbeit aus dem Homeoffice ganz entspannt angeht, fühlt sich ein anderer vielleicht verantwortlich für viel mehr, als seinem Aufgabenbereich zufällt und ist schnell überlastet.

Nützlich sein kann ein Wochenplan, den Sie am Montag oder besser bereits am Freitag der Vorwoche an alle im Team versenden. Das muss keinen großen Aufwand bedeuten. Machen Sie einfach in klaren und knappen Worten deutlich, was gewünscht wird und im Idealfall auch, wem diese Aufgabe zufällt.

#3 Sie fürchten den Verlust der Kontrolle

Das klassische Bild von produktiver Arbeit ist geprägt von Präsenskultur. Das heißt aber nicht automatisch, dass ihr Team von daheim aus weniger gute Arbeit leisten wird als im Büro. Fürchten Sie sich also nicht zu sehr vor dem Vorurteil, im Homeoffice würde nur gefaulenzt und nicht effektiv gearbeitet. Das widerlegten übrigens schon einige Studien, unter anderem die der Stanford Universität, die bereits im Jahr 2015 zum Ergebnis kam, dass die Arbeit von zuhause aus sogar produktiver sein kann. Gut zu wissen: wer frei wählen kann, ob er die Arbeit vom Homeoffice aus oder mit Präsens im Büro erledigt, gilt als am produktivsten.

Zudem sollte Ihnen auch als Chef klar sein, dass auch am Arbeitsplatz nicht jeder acht Stunden am Stück hochkonzentrierte Leistung bringt. Zu einem guten Betriebs- und Arbeitsklima tragen schließlich auch Gespräche und Scherze mit Kollegen bei.

#4 Sie sind unflexibel

Gerade, wenn die Situation des Arbeitens von zuhause aus neu ist, kann Inflexibilität zum Verhängnis werden. Betreut der Angestellte zuhause auch die Kinder oder andere Angehörige? Dann räumen Sie ruhig die Freiheit ein, die Aufgaben nicht zu fixen Zeiten erledigen zu müssen. Solange ein Mitarbeiter seine Aufgaben gut erledigt, kann es Ihnen egal sein, ob er das klassisch 9-to-5 tut oder erst abends, wenn die Kinder im Bett sind. Auch hier ist ausreichende Kommunikation elementar. Sprechen Sie sich ab und einigen Sie sich mit einzelnen Mitarbeitern auf abgestimmte Zeiten.

Wichtig: Reden Sie auch darüber, wann Erreichbarkeit gewährleistet werden muss. Dass Sie um 23 Uhr keine Anrufe und Mails mehr erhalten wollen, sollte ebenso geklärt werden wie die Erreichbarkeit der Angestellten.