Karriere-Tipp4 Dinge, die Sie dem Chef lieber nicht sagen

#1 „Das hier ist mein Traumjob.“

Sie haben tatsächlich Ihren absoluten Traumjob gefunden und karrieremäßig für den Rest des Lebens ausgesorgt? Glückwunsch! Der große Rest der arbeitenden Bevölkerung dürfte den Schmeichlerspruch hingegen weniger aufrichtig meinen. Gehen Sie ruhig davon aus, dass Ihrem Chef das bewusst ist. Ist er ein Egomane, könnte er sich tatsächlich von dem überschwänglichen Lob gebauchpinselt fühlen. Bosse mit mehr Bodenhaftung tendieren hingegen zu einer dieser beiden Reaktionen: „Was für ein Schleimer“ oder „Also schon das Ende der Fahnenstange erreicht?“

#2 „Never change a winning team!“

Manchmal tendieren wir Gewohnheitstiere dazu, Umwälzungen am Arbeitsplatz sehr persönlich zu nehmen. Insbesondere in kleineren Betrieben mit heimeliger Atmosphäre ist die Identifikation mit der Firma oft ausgeprägt. Da können grundlegende Veränderungen fast so empfunden werden, als würden daheim ungefragt Bauarbeiter auftauchen und Wände einreißen – oder die Eltern einen mal wieder vor vollendete Tatsachen stellen. Eine neue Unternehmensstrategie? Veränderte Organisationsstrukturen?? Ein Geschirrspüler-Ausräum-Plan??? Eine gesunde Grundskepsis ist zwar nicht schlecht, kann aber leicht einfach bloß Trägheit kaschieren.

#3 „Da war ich nicht da, das ist nicht meine Schuld.“

Diese gern gewählte Ausrede von Menschen in unteren oder mittleren Führungspositionen zeigt dem Chef nur eins: Sie haben ihren Laden nicht im Griff und lernen nichts daraus. Diese Erkenntnis führt womöglich zu gravierenderen Konsequenzen als das ursprüngliche Versäumnis. Läuft in Ihrer Abwesenheit wiederholt alles aus dem Ruder, kann das mehrere Gründe haben. Ihr Team hat keinen Respekt vor Ihnen und lässt die Arbeit schleifen. Sie horten Herrschaftswissen, ohne das kein optimaler Betrieb möglich ist. Sie implementieren aus Nachlässigkeit keine ordentlichen Abläufe, alles geschieht auf spontanen Zuruf, jeder Mitarbeiter operiert auf einem anderen Wissensstand. In allen drei Szenarios lautet die Schlussfolgerung: Doch, das war Ihre Schuld.

#4 „Ich kann alles.“

Seit Jahrzehnten wird in Karriereratgebern gepredigt, „Ich kann das nicht“ gehöre zu den schlimmsten Sätzen, die man seinem Boss an den Kopf werfen könne. Zusätzliche Qualifikationen hin, Engagement für die Firma her: Wenn die Chefin nicht gerade einem Team aus Supermen und Wonder Women vorsteht, sollte es sie kaum überraschen, dass ihre Mitarbeiter nur Menschen sind. Menschen, die auch mal Feierabend machen müssen und ein Leben jenseits des Büros brauchen, um produktiv und inspiriert zur Arbeit zu kommen. Ich kann fast alles – außer, mich zum Burn-out zu schuften, ist da die modernere Maxime.