GeldanlageWird 2018 ein Jahr für Gold‑Anleger?

Der Goldpreis notiert weit unter seinem HöchststandGetty Images

Rekordstände an Aktienmärkten und die Hausse bei zahlreichen Kryptowährungen haben Anlegern den Blick auf Alternativen wie Gold vernebelt. 2018 könnte die Neubesetzung an der Spitze der US-Notenbank frisches Potenzial entfachen. Denn Geld ist nach wie vor üppig verfügbar rund um den Globus.

Doch der Weg zu neuen Höchstständen ist noch weit, wie Manuel Suckart vom Online-Broker Degiro weiß: „In US-Dollar notieren sowohl Gold als auch Silber noch weit unter ihren Rekordkursen. Silber fehlen weit mehr als 100 Prozent zu seiner höchsten Notiz bei knapp 50 Dollar. Gold hingegen müsste 600 Dollar gewinnen, um erneut knapp vor der 2000-Dollar-Marke zu stehen“.

Goldpreis Rohstoff

Goldpreis Rohstoff Chart
Kursanbieter: FXCM

Es muss aber nicht immer die ganz große Bewegung geben, um davon zu profitieren. „Mit Hebelpapieren etwa lässt sich bereits an kleineren Kursbewegungen partizipieren“, erklärt Dirk Heß, Derivate-Experte bei Citi. „Allerdings sollten Anleger beachten, dass der Hebel sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen wirkt“, so Heß weiter. Für mutige Gold-Optimisten gibt es die Möglichkeit, mit einem moderaten Hebel zu agieren, etwa mit der WKN CF5CGZ (Hebel 3,4) beziehungsweise CC0GW8 (Hebel 6).

Ist Gold ein sicherer Hafen für die nächste Krise?

Helfen könnte Gold-Fans die weiterhin expansive Geldpolitik rund um den Globus. Denn viele Investoren haben ein mulmiges Gefühl, wenn weder die japanische noch die Europäische Zentralbank in wirtschaftlich sehr guten Zeiten die Zinsschraube nach oben drehen können. Wenn nicht jetzt, wann dann? Diese Frage muss gestellt werden und sie weist den Blick in die Zukunft. Wird in der nächsten Krise erneut massiv Geld gedruckt und werden Gold und Silber dann wertvoller?

Noch überdeckt der starke Dollar den Blick auf die Edelmetalle, denn die US-Notenbank hat zumindest 2017 ihre Politik etwas verschärft. Nachdem zum Jahreswechsel viele Experten über eine Parität zum Euro philosophierten, war schon fast klar, dass der Euro stärker werden würden. Im Sommer wurde der Euro für 1,20 Dollar gehandelt. Beide Trends waren wie so oft zyklisch und damit falsch – jeweils drehte das Währungspaar Euro-Dollar am Meinungstop. Wichtig ist die Währungskomponente jedoch, da der Dollar jüngst gegenüber dem Yen gestiegen ist, während die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen deutlich geklettert sind. Im Gegenzug nahm der Verkaufsdruck auf den Goldpreis zu.

Jerome Powell als neuer Notenbankchef dürfte es allerdings ab 2018 sehr schwer haben, die Zinsen deutlich anzuheben. „Die Staatsschulden sind zuletzt auf den Rekord von 20,44 Billionen Dollar geklettert – das sind herbe 106 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung“, sagt Carlo Alberto De Casa, Chef-Analyst bei AciveTrades. „Gleichzeitig steigen die Schulden der privaten Haushalte und der Unternehmen außerhalb des Finanzsektors auf immer neue Spitzenwerte“, so der Analyst weiter. Ein kräftiger Zinsanstieg würde daher die Wirtschaft enorm belasten. Entgegen seines Wahlkampfversprechens hat Trump daher längst klar gemacht, dass er auf Niedrigzinsen setzt.

Chancen für Steuerreform gestiegen

Der zweite Faktor, der neben der Nachfolge an der Fed-Spitze die Entwicklung der US-Zinsen und des Dollar und damit den Goldpreis deutlich beeinflusst, ist die US-Steuerreform. Nachdem der Senat, neben dem Repräsentantenhaus die zweite Kammer des US-Kongresses, zuletzt für einen Entwurf der sogenannten Haushaltsresolution gestimmt hat, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Trump bis zum Jahresende eine Steuerreform durch den Kongress bringen kann. Denn nach der Resolution benötigen künftige Haushaltsbeschlüsse nur noch eine einfache Mehrheit im Senat. In dieser Kammer haben die Republikaner eine Mehrheit von lediglich zwei Stimmen.

Zuletzt sind allerdings Sorgen hochgekocht, dass es Trump schwer fallen könnte, sich im Senat durchzusetzen. Denn der US-Präsident möchte, dass die Bürger künftig die Zahlung von Steuern auf lokaler Ebene und auf Ebene der Bundesstaaten nicht mehr in ihrer Steuererklärung ansetzen und damit abziehen dürfen. Damit könnte es bei vielen Amerikanern, trotz Trumps geplanter Senkung der Steuersätze zu Steuererhöhungen kommen, gerade bei Bürgern aus Bundesstaaten wie New York, wo die Steuern hoch sind. Sollte sich bei Investoren der Eindruck verstärken, dass Trump tatsächlich mit der Reform scheitern könnte, bekämen die Renditen für zehnjährige US-Anleihen und der Dollar deutlich weniger Aufwärtsdruck und im Gegenzug der Goldpreis weniger Abwärtsdruck.

Der Status quo bei Gold ist also auch mit Blick auf 2018 diffus, es dominieren jedoch zwei Faktoren: Vertrauen und der Faktor frisches Geld. Schwindet das eine und geht das Gelddrucken weiter, könnten Gold und Silber Profiteure dieser Entwicklung sein. Anleger können dies übrigens bei Silber mit Knock-out-Bull-Papieren wie der WKN TB4AXB (Hebel 5,5) oder der WKN TD9VGL (Hebel 3,5) umsetzen – auch hier wieder moderat gehebelt.