GoldpreisWas das World Gold Council 2022 für den Goldpreis erwartet

Zwei gegensätzliche Trends prägen in diesem Jahr die Entwicklung des Goldpreises.IMAGO / Shotshop

Die Dynamik, die den Goldpreis bestimmt, könnte im laufenden Jahr der vom vergangenen Jahr ähneln: Es gibt sowohl Faktoren, die einen Preisanstieg begünstigen, als auch Faktoren, die für eine gegenteilige Entwicklung sprechen. Zu diesem Schluss kommt das World Gold Council, eine Vereinigung der Goldindustrie, in seinem Ausblick auf das laufende Jahr. Kurzfristig, so heißt es, werde der Goldpreis wahrscheinlich auf die realen Zinssätze reagieren. Wie genau, hänge davon ab, wie schnell die Zentralbanken ihre Geldpolitik straffen und wie effektiv sie die Inflation eindämmen können. Das große Risiko für den Goldpreis sieht das Council in Zinserhöhungen.

Ein Blick zurück: Auch 2021 gab es gegensätzliche Bewegungen am Goldmarkt. Als die Corona-Impfstoffe auf den Markt kamen, herrschte bei vielen die Hoffnung, die Pandemie könnte bald vorbei sein. Risikoabsicherungen, wie auch Gold, verloren vor diesem Hintergrund an Attraktivität. Dann aber wurde klar, dass die Pandemie mit den Impfstoffen noch nicht beendet sein würde: Neue Virus-Varianten tauchten auf, hinzu kam die hohe Inflation. Gold wurde wieder attraktiv. Und während die steigenden Zinssätze und ein stärkerer Dollar gegen Gold sprachen, war es eben auch die Stärke des Dollars, die dafür sorgte, dass die Geldrenditen zum Beispiel in Euro positiv waren.

Goldpreis Rohstoff

Goldpreis Rohstoff Chart
Kursanbieter: FXCM

Zinserhöhungen könnten Goldpreis belasten

Steigende Zinsen, so heißt es weiter vom World Gold Council, könnten den Goldpreis im laufenden Jahr belasten. Die US-Notenbank Fed ist auf den Kurs einer strafferen Geldpolitik eingeschwenkt. Projektionen zufolge soll es in diesem Jahr drei Zinserhöhungen geben. In der Regel, so heißt es im Jahresausblick, habe sich Gold in den Monaten vor einer Straffung der Geldpolitik der Fed schlechter entwickelt, stand aber in den Monaten nach der ersten Zinserhöhung wieder besser da.

Während steigende Zinsen den Goldpreis belasten könnten, dürfte die erhöhte Inflation die Nachfrage nach Gold anheizen, heißt es im Jahresausblick. Denn bei vielen Anlegern gilt Gold als Inflationsschutz – auch wenn das nicht unbedingt der Fall sein muss. Das World Gold Council geht davon aus, dass die Inflation hoch bleiben wird, auch wegen der geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen, die eingeleitet wurden, um die Pandemie-Folgen abzumildern. „Auch wenn der Goldpreis schwanken mag: Sein Wert als hochliquide Absicherung bleibt letztlich konstant“, sagt Juan Carlos Artigas, Global Head of Research beim World Gold Council.

Hinzu kommt, dass die Unsicherheit aus dem vergangenen Jahr zurück ist: Zum einen gibt es neue Virus-Varianten, die die wirtschaftliche Erholung gefährden, außerdem geopolitische Spannungen. Im Jahresausblick geht das World Gold Council also davon aus, dass es zu Rückschlägen kommen wird – und Gold dann als Risikoabsicherung wieder vermehrt gefragt sein wird.

Investment in Gold

Zudem geht die Vereinigung davon aus, dass die Goldnachfrage der Zentralbanken eine wichtige Nachfragequelle bleiben wird. Der Goldpreis ist allgemein stark von der Nachfrage abhängig, maßgeblich dafür sind unter anderem die Schmuck- und die Technologiebranche.

„Die Aussichten für Gold im Jahr 2022 hängen davon ab, welche Entwicklungen fortan den Ausschlag geben werden“, fasst Juan Carlos Artigas zusammen. Wer sich entschließt, in Gold zu investieren, sollte sich über die verschiedenen Anlagemöglichkeiten informieren. Denn physisches Gold, also Barren oder Münzen, sind für Privatanleger meistens mit großem Aufwand verbunden. Sie müssen sicher gelagert werden. Da das in den eigenen vier Wänden selten möglich ist, geschieht das meistens extern – und diese Aufbewahrung kostet. Hier können Gold-ETFs eine sinnvolle Alternative sein: Man kann sie problemlos kaufen und verkaufen, ohne großen Aufwand. Meistens sind diese Gold-ETFs auch mit physischem Geld besichert.

 


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