GastbeitragGold-Betrug als gerechter Weckruf

Goldbarren bei der Bundesbank
Goldbarren bei der BundesbankBundesbank / Nils Thies

Die Deutschen sind in Sachen Geldanlage merkwürdig. Honorarberatung funktioniert überhaupt nicht, dafür laufen Woche für Woche unbedarfte Anleger auf der Suche nach Rendite in ihre Sparkassenfiliale und lassen sich Produkte andrehen, bei denen sich fachkundige Selbstentscheider mit Grausen abwenden. Noch schlimmer sind jene Investoren, bei denen gilt: Gier frisst Hirn. Und mit Gier kann in diesen Tagen schon gemeint sein, dass man drei Prozent Rendite mit einem klassischen Goldinvestment garantiert erzielen will. Gold wirft keine Dividende oder sonst etwas ab – wo bitteschön sollen drei garantierte Prozente in Nullzinszeiten herkommen.

Natürlich ist Gold immer ein guter Anker, denn damit kann man ja seit Jahrtausenden seine Kutsche, seinen Schmuck oder wahlweise seine Armee bezahlen. Ist klar. Zur Wahrheit gehört: Gold ist eine schöne Beimischung für das Depot, maximal fünf Prozent ihres  Vermögens sollten Investoren in Gold anlegen. Erworben bitte über einen seriösen Anbieter. Nicht in einen Depot gehören Container mit fixen Renditehoffnungen, denn auch dort haben deutsche Anleger massiv eingezahlt und verloren.

Komischerweise ist in der Öffentlichkeit aber immer noch die Lehman-Oma präsent, wogegen man mit Zertifikaten seit der Finanzkrise bei den klassischen Strukturen verdammt gut gefahren ist und übrigens auch viele Lehman-Geschädigte ausgesprochen gut abgefunden wurden am Ende. Von Totalverlust kann keine Rede sein, und vielfach sah man weit besser aus als bei den von der Fondsindustrie tot geschwiegenen abgewickelten offenen Immobilienfonds.

Die Deutschen müssen Risiken eingehen

Kurzum, es ist an der Zeit, dass die von Mario Draghi angeblich so zinsgeplagten Deutschen Risiken eingehen. Aber die richtigen. Und sich vernünftig informieren. Bei der klassischen Sparkasse landet man nach guter Information eher nicht. Es muss nicht gleich Zinsbetrug am Sparer sein, der passiert. Darüber berichtete die ARD jüngst und damit über ein neues Kapitel in der Sparkassen-Saga. Titel der ARD-Doku: „Der rote Riese zockt ab“. Und als wäre das nicht genug, ist es durchschaubar und gleichzeitig peinlich, dass der Sparkassenchef über EZB-Chef Draghi herfällt und ihn abwatscht. Der Chef aller Sparkassen behauptete nämlich, die EZB sei Schuld am Dilemma der Kassen. Dabei sind es vielmehr die Millionengehälter und Pensionen der Vorstände, die zulasten der Kunden gehen. Genau deshalb raten wir zu Auswegen. Sehr dringend.

Es muss nicht unser Börsenbrief sein und es muss nicht Feingold Research sein, die Sie als Hilfsmittel wählen. Wir helfen Ihnen täglich, der Nullzinsfalle zu entkommen. Und geben Ihnen ein Rezept für eine Zielrendite von fünf bis zehn Prozent für Ihr Vermögen. Doch auch wenn Sie nicht zu uns kommen, bitte tun Sie etwas mit Ihrem Geld und gehen Sie vernünftige Risiken ein. Schön wäre noch ein politischer Support für eine Aktienkultur, doch das müssen Sie von Ministern wie Olaf Scholz nicht erwarten, der keine Ideen zeigt außer einer komplizierten Reduktion des Soli. Gedanken nach vorne – gleich null.

Einen Fonds, in den man aus dem Dax 100 reichlich beste Ware einkaufen könnte, gerade jetzt. Stattdessen jammert man irgendwann, wenn zu viele Ausländer in deutschen Firmen per Aktienpaketen agieren und regieren.

Die nächsten Jahre werden kein Spaß für Anleger

Fazit: Wir taxieren den jährlichen Verlust auf einem Konto bei Sparkasse oder Volksbank momentan auf rund zwei Prozent – Gebühren und Inflation berücksichtigt. Bei Strafzinsen könnte das Ganze auf rund drei Prozent steigen. Drei Prozent, die Sie jährlich verlieren. Unser Ansatz ist es, Ihnen Instrumente, Research und Vorschläge zu liefern, wie Sie dieser Falle entkommen.

Die nächsten Jahre werden kein Spaß für Sparer oder Anleger, wenn man irgendwie ohne Risiko durchkommen will. Die Antwort für Sparkassen-Präsident Schleweis könnte übrigens nicht besser sein als vom ehemaligen Grünen-Politiker Gerhard Schick. „Dass ausgerechnet Herr Schleweis aus allen populistischen Rohren schießt, ist doch ein schlechter Witz“, sagt Schick. „Bevor er Herrn Draghi angiftet, sollte Herr Schleweis erst mal im eigenen Haus aufräumen. Die Vorstandsvergütungen der Sparkassen sind teilweise enorm und der beste Beleg, dass bislang nur die Kunden für die Krise zahlen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass Anleger immer zweimal hinschauen sollten, wenn jemand schöne Produkte oder sichere Rendite verspricht.


Daniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschrieben. Hier finden Sie weitere Beiträge von Daniel Saurenz