EdelmetalleDer große Irrtum bei Gold und Silber

Goldbarren von Degussa Goldhandel
Goldbarren von Degussa GoldhandelDegussa Goldhandel

Wenn die Notenbanken über Gebühr Geld drucken und die Zinsen auf null drücken, dann sollten Sachwerte profitieren und an Wert merklich zulegen. So lautet die gängige Lehre und die letzten zehn Jahre zeigen, dass die Notenbanken Sachwerte sogar in Blasen hineintreiben können. Oldtimer, Kunst, Aktien, Immobilien – an allen Fronten explodieren die Preise. Nur Gold und Silber bleiben zurück und kollabieren gar im Preis, wie man am Silberkurs ablesen kann. Mit knapp 15 Dollar notierte das edle Metall zuletzt auf dem Ausverkaufsniveau von Ende 2015.

Silber Rohstoff

Silber Rohstoff Chart
Kursanbieter: FXCM

Gold und Silber werden vernachlässigt

Aktives Handeln mit Silber oder Gold war nach Auskunft von Brokern vor Jahren noch mit das beliebteste unter den Kunden, mittlerweile haben Amazon, Apple und Netflix oder häufig auch Bitcoin oder Ethereum die Metalle an vielen Tagen abgelöst. Scheinbar stört kein Gelddrucken, weder in Japan noch in Europa, stören keine Verschuldung und kein Haushaltsdefizit den Ausverkauf bei Gold und Silber.

Silber bekommt neben dem steigenden Dollar, vor allem zu spüren, dass sich die Perspektiven für die Weltwirtschaft wegen des Handelsstreits deutlich eintrüben. So ist der Einkaufsmanagerindex für die weltweite Industrie im Juni auf ein Elf-Monats-Tief gesunken. Das sind schlechte Nachrichten für den Silberpreis, stammt doch rund die Hälfte der weltweiten physischen Nachfrage nach Silber aus Industrieanwendungen, wie Solar, Elektro und Batterien.

Trendfolger würden Gold und Silber momentan sicher nicht anfassen, doch für Antizykliker bietet das Zehnjahrestief gute Chancen. Bei spekulativen Turbo-Papieren sollte man sich Luft lassen, doch 5er-Hebel auf steigende Notierungen bei Gold oder Silber könnten manchen reizen. DM8XQD ist der passende Turbo-Knock-out für ein Kurscomeback bei Gold, wer es offensiver mag nimmt die WKN HX2PEX. Bei Silber greifen interessierte und spekulative Trader zur WKN GL3BHG. Platin würde ebenfalls von einem Comeback der Edelmetalle profitieren – hier eignet sich der Turbo MF2Y06.

Nach dem Kursrückgang von Silber ist das Gold-Silber-Ratio auf 78,4 geklettert, so zeigen es die Daten vom Goldhändler Ophirum. Das ist im Langfristvergleich ein sehr hoher Wert. Wenn in den vergangenen 25 Jahren das Verhältnis – es wird berechnet, indem man den Preis von Gold durch den von Silber dividiert – ein derart hohes Niveau erreicht hatte, war es üblicherweise anschließend deutlich gesunken, sprich der Silberpreis hat sich besser entwickelt hat als der von Gold. Allerdings ist das Umfeld wegen des Handelsstreits diesmal deutlich anders als in den vergangenen 25 Jahren.

Risiken sprechen für Gold

Während der steigende Dollar den Goldpreis belastet, ignorieren die Investoren zahlreiche Risiken für die Weltwirtschaft und den US-Aktienmarkt, die für steigende Goldpreise sprechen. So könnte die Türkei-Krise weiter eskalieren und die Lira gegenüber Dollar und Euro auf neue Rekordtiefs sinken.

Damit kommen allerdings die türkischen Banken sowie einige europäischen Institute mit einem bedeutenden Türkei-Geschäft in die Bredouille, weil die Geldhäuser immer mehr Lira aufwenden müssen, um ihre Dollar- und Euro-Kredite zu bedienen. Gleichzeitig schwelt das Italien-Thema weiterhin, weil der 2019er-Haushaltsentwurf der neuen Regierung einen kräftigen Schuldenanstieg vorsehen könnte. Ein weiterer Risikofaktor für die US- und damit die Weltwirtschaft ist zudem die Verschärfung der Geldpolitik durch die US-Notenbank. Das belastet die hochverschuldete Wirtschaft. So sind die Schulden der privaten Haushalte im zweiten Quartal um 82 Mrd. Dollar gegenüber dem Vorquartal auf den Rekord von 13,29 Billionen Dollar geklettert.

Steigende Zinsen sind das Letzte, was die Verbraucher, oder die Hauskäufer brauchen können. Sollte sich das Wirtschaftswachstum merklich abkühlen, könnte das für einen deutlichen Kursrückschlag am hoch bewerteten US-Aktienmarkt sorgen. In dem Umfeld könnten Investoren möglicherweise Geld aus Aktien in Gold umschichten, was den Preis stützen würde. Die antizyklische Gelegenheit ist günstig und wer schon immer mal Bestände in Edelmetallen aufbauen wollte – warum nicht jetzt?