KolumneAktien kaufen, aber richtig

Symbolbild Aktienkauf
Symbolbild AktienkaufGetty Images

Vielen Anleger sind sowohl der Morgen nach der Brexit-Entscheidung als auch die Tage in der Corona-Krise in schlechter Erinnerung. Die Volatilität, sprich die Schwankung am Aktienmarkt, war ausgesprochen hoch und während die Zertifikate-Emittenten angesichts des Umfelds einen guten Job machten, fielen manche Broker deutlich ab. Blöder kann es für einen Anleger nicht laufen, denn genau dann, wenn es brennt, will man Aktien handeln.

Die Consorsbank hatte aus dem Brexit-Tagen gelernt und machte im Jahr 2020 einen guten Eindruck. Das Branchenportal finanz-szene.de berichtete jedoch von frustrierten Kunden beim Newcomer Trade Republic. Ähnlich wie in den USA haben sich in Europa zahlreiche Neo-Broker einen Namen gemacht und drängen in den Markt. Robinhood in den USA war 2020 präsent, da man speziell auch jüngere Kunden anspricht. Etoro oder Smartbroker sind hierzulande jene neuen Anbieter, die Comdirect oder Flatex gehörigen Druck machen.

Mit Smartbroker wird deutlich, dass sich der deutsche Brokermarkt im Umbruch befindet. Ähnlich wie in den USA wo Anbieter wie erwähnt Robinhood mit innovativen Lösungen und de facto kostenfreien Angeboten in kurzer Zeit große Marktanteile gewonnen haben, müssen sich auch die etablierten Broker hierzulande etwas einfallen lassen. Smartbroker kommt bei den Kosten für Käufe in Fonds- und ETF-Sparplänen für den Kunden deutlich günstiger daher als ehemalige Top-Anbieter wie ING.

Besonders aufpassen müssen Anleger bei vermeintlich günstigen Angeboten von CFD-Brokern wie IG. Wer dort Bestände über längere Zeit hält, zahlt immens hohe Finanzierungsgebühren. Die Briten sind damit nicht konkurrenzfähig. Für private Anleger sind Erfahrungen an hoch volatilen Tagen im Markt doppelt interessant. Zum einen erfährt man am eigenen Leib, wer guten Service und Erreichbarkeit bietet. Zum anderen führt man an solchen Tagen auch gerne einmal mehrere Trades aus. Und dann macht es sich eben durchaus bemerkbar, ob man bei einem teuren oder günstigen Anbieter ist. Der Mix aus Ausführungsqualität und Preis ist daher entscheidend und zwar sowohl beim aktiven Handeln als auch beim längerfristigen Kauf von Zertifikaten, Aktien, ETFs oder dem Anlegen von Sparplänen. Denn der nächste wacklige Handelstag kommt bestimmt.

 


Service-Studie 2020 von Feingold Research

Die Corona-Krise hat die jährlich stattfindende Service-Studie des Börsendienstes Feingold Research mit zusätzlicher Spannung versehen. Im Mittelpunkt standen neben der Leistung an den turbulenten Tagen das Produkt- und Informationsangebot, der Internetauftritt und besonders der Kundenservice der Emissionshäuser. Wegen der Corona-Pandemie konnten die „Offlineangebote“ wie Messen oder Roadshows nicht bewertet werden, dafür fanden die digitalen Ersatzveranstaltungen wie etwa Webinare stärkere Berücksichtigung.

Testsieger wurde in diesem Jahr zum ersten Mal die Société Générale, die nach der reibungslosen Einbindung der Zertifikateabteilung der Commerzbank kräftig Pluspunkte sammeln konnte. 94,7 von 100 möglichen Punkten wurden erreicht, was in Schulnoten einem „sehr gut“ entspricht. Nur BNP auf Platz zwei konnte ebenfalls diese Note erzielen. Die Société Générale konnte 3 von 4 Kategorien gewinnen, nur beim Produktangebot hatte der französische Konkurrent BNP die Nase vorn.

Den Sprung aufs Treppchen schaffte in diesem Jahr auch die UBS mit der Note „gut“. Hier überzeugten vor allem die verschiedenen Tools und ein sehr aufgeräumter Webauftritt. Auf den Plätzen 4 bis 7 rangieren HSBC, DZ Bank, Vontobel und Citi alle mit der Note „Gut“, aber unterschiedlichen Schwerpunkten. Auch die anderen beiden US-Emittenten Morgan Stanley und JP Morgan reihen sich mit der Note „gut“ ein. Produktstrukturen betrifft.

Als Fazit bleibt auch 2020 – die Zertifikateemittenten sind in Sachen Service, Qualität und Informationsangebot der Fondsbranche einen guten Schritt voraus.

Daniel Saurenz betreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus. Trainingstage und Coachings finden Sie NEU unter feingold-academy.com