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Bankenforscher Wirtschaftsnobelpreis geht an Bernanke, Diamond und Dybvig

Ben Bernanke, Douglas Diamond Philip Dybvig erhalten in diesem Jahr den Nobelpreis für Wirtschaft
Ben Bernanke, Douglas Diamond Philip Dybvig erhalten in diesem Jahr den Nobelpreis für Wirtschaft
© IMAGO / TT
Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften zeichnet drei Bankenforscher mit dem Wirtschaftsnobelpreis aus – darunter Ex-Fed-Präsident Bernanke. Ihre Analysen seien von großer praktischer Bedeutung für die Regulierung der Finanzmärkte

Ben Bernanke, Douglas Diamond und Philip Dybvig erhalten den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm bekannt.  

Die Preisträger hätten die Rolle der Banken in der Wirtschaft, insbesondere während Finanzkrisen, verbessert, erklärte die Akademie. Vor allem ihre Forschung zu Bankenpleiten, und warum diese verhindert werden sollten, sei entscheidend gewesen. „Ihre Analysen waren von großer praktischer Bedeutung für die Regulierung der Finanzmärkte und die Bewältigung von Finanzkrisen.“   

Alle drei Preisträger stammen aus den USA. Der bekannteste von ihnen dürfte Ben Bernanke sein, der zwischen 2006 und 2014 Chef der amerikanischen Notenbank Fed war. Bis 2002 war er auch Professor an der Princeton University. Douglas Diamond ist Professor an der University of Chicago. Seine Erklärung zur Existenz von Banken gilt als Standardwerk. Philip Dybvig forscht an der Washington University zu den Themen Bankenregulierung und Finanzkrisen. Er entwickelte gemeinsam mit Diamond das sogenannte Diamond–Dybvig-Modell, das (verkürzt formuliert), den Bankenansturm von Menschen in Finanzkrisen erklärt. 

US-Ökonomen häufig vorne

Eine richtige Überraschung sind die Preisträger nicht. Schon in der Vergangenheit wurden besonders häufig Wirtschaftswissenschaftler aus den USA ausgezeichnet – und viele deutsche Ökonomen rechneten damit auch in diesem Jahr. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, favorisierte etwa die US-Ökonomen Maurice Obstfeld und Kenneth Rogoff. ZEW-Präsident Achim Wambach benannte Timothy Bresnahan und Michael Porter. Oder Klaus Zimmermann (Uni Bonn), der Oded Galor von der Brown University vorschlug. 

Die Datenanalysen des britischen Wissenschaftsdienstleisters Clarivate sahen ebenfalls einen Amerikaner vorne. Clarivate filtert jährlich mögliche Favoriten heraus, die besonders oft in Fachzeitschriften zitiert werden. Von 400 identifizierten Anwärtern haben 64 seit 2001 tatsächlich einen Nobelpreis erhalten. In diesem Jahr prognostizierten sie gute Chancen für die prominenten Institutionen-Ökonomen Daron Acemoglu („Why Nations Fail“) und Simon Johnson vom Massachuesetts Institutes of Technology (USA). Andere Favoriten waren Samuel Bowles und Herbert Gintis. 

Der Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige Nobelpreis, der nicht auf den ursprünglichen Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Er wird seit 1960 von der schwedischen Reichsbank gestiftet, wird aber ebenso wie weiteren Preise an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, übergeben und ist mit 920.000 Euro dotiert. Streng genommen ist er aber kein klassischer Nobelpreis. 

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