ExklusivVersicherungs-Start-up Coya mit Fundraising-Schwierigkeiten

Coya-Gründer Andrew Shaw (Mitte). Laura Kauther und Johannes Jacobsen haben das Unternehmen verlassenNorman Posselt

Vor eingen Tagen ging den Werbepartnern des Berliner Insurtechs Coya ein ungewöhnliches Schreiben zu: „Aufgrund bestimmter interner Geschäftsentscheidungen haben wir erhebliche Budgetbeschränkungen für all unsere Marketingaktivitäten erhalten“, hieß es. Die Konsequenz: Alle sogenannten Affiliate-Programme, bei denen Websitebetreiber dafür bezahlt werden, Coya-Policen zu empfehlen, wurden „auf unbestimmte Zeit“ gestoppt. Dazu passte, dass die Werbung des Startups auch bei Facebook verschwand. Und: Selbst bei dem Vergleichsportal Check24 ist Coya nicht mehr gelistet.

Was ist da los?

Coya galt einmal als eines der spannenden Fintechs hierzulande. Mit einem digitalen Basis-Angebot aus Hausrat- und Haftpflichtversicherungen wollte man Lemonade nacheifern, dem milliardenschweren Versicherungs-Startup aus den USA. Gleich kurz nach dem Start 2016 warb Coya-Gründer Andrew Shaw zehn Millionen Dollar ein, zu den Geldgebern zählte Peter Thiels Valar Ventures. Ein Jahr später gab es sogar 30 Millionen Dollar. Coya wurde nun in einem Atemzug mit Wefox genannt, dem auch damals schon schillernden deutsch-schweizerischen Groß-Insurtech. Die Sache allerdings ist: Heute, vier Jahre später, zählt Wefox zu den höchstbewerteten Fintechs überhaupt in Europa, wird von Investoren mit mittlerweile drei Milliarden Dollar taxiert. Dagegen Coya?

Dass die Berliner trotz des hohen initialen Fundings noch keine wirkliche Traktion entwickelt haben, zeigt sich bereits vor einigen Wochen bei der Veröffentlichung der 2020er-Zahlen; auf gerade mal zwei Millionen Euro beliefen sich die Prämieneinnahmen. Dennoch sendeten Gründer Shaw gegenüber Finance Forward damals positive Signale aus. Das Wachstum habe sich stark beschleunigt, allein im ersten Quartal seien 17.000 neue Kunden hinzugekommen. „Die Zahlen haben sich gut entwickelt“, heißt es auch jetzt wieder aus dem Unternehmensumfeld. Doch wie passt da zu den runtergedimmten Marketingmaßnahmen? Und dazu, dass die Eigentümer ihr Unternehmen zuletzt im Markt angeboten haben sollen, wie Insider berichten?

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