KI-StudieSo setzen deutsche Unternehmen Künstliche Intelligenz ein

Deutsche Unternehmen machen Fortschritte in Künstlicher IntelligenzUnsplash

Wie fortgeschritten sind deutsche Unternehmen beim Trend zum Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI)? Die  Studie „State of AI in the Enterprise Survey“ von Deloitte zeigt den aktuellen Stand der Entwicklungen von KI in Unternehmen. Die Beratungsgesellschaft interviewte für die Untersuchung 100 KI-Experten aus den Firmen. Die befragten Unternehmen haben mindestens einen KI-Prototypen oder eine -Anwendung umgesetzt. Zum Vergleich befragte Deloitte KI-Experten in den USA, China, Frankreich, Großbritannien und Australien. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse:

Process Robotics ist die beliebteste KI-Technologie

In deutschen Unternehmen sind alle Varianten der KI-Technologie eingesetzt. Auffällig verbreitet ist die robotergesteuerte Prozessautomatisierung („Process Robotics“), die von 67 Prozent der Unternehmen eingesetzt wird. Diese Technologie ermöglicht Software-Robotern, Geschäftsprozesse komplett eigenständig abzuwickeln, wie zum Beispiel E-Mails zu öffnen und Anhänge zu verarbeiten oder Berechnungen durchzuführen. Der internationale Durchschnitt in den Vergleichsmärkten (USA, China, Frankreich, Großbritannien und Australien) liegt bei 49 Prozent. Deutschland weicht hier stärker ab, als bei jeder anderen KI-Technologie.

Deutsche Unternehmen kaufen lieber KI-Technologien

Deutsche Unternehmen entwickeln ihre KI nicht selbst, sondern kaufen sie lieber von Drittanbietern. Laut der Studie sind es nur 15 Prozent der Unternehmen, die ihre KI eigenständig entwickeln und umsetzen, während 61 Prozent ihre KI-Dienstleistungen kaufen. Auf den Vergleichsmärkten sieht es anders aus: Der internationale Durchschnitt liegt bei 49 Prozent.

Deloitte bewertet die deutsche Tendenz zu KI-Dienstleistungen positiv, weil dies zur Demokratisierung von KI beitrage. So erhielten kleine Unternehmen mit mangelnden Fachkompetenzen und finanziellen Mitteln durch cloud-basierte KI-Lösungen einen Zugang zu wichtigen Technologien.

Keine einheitliche Unternehmensstrategie

Das Themenfeld Künstliche Intelligenz ist bisher auf Abteilungsebene angesiedelt, da die Mehrheit der deutschen Unternehmen noch keine einheitliche Strategie verfolgt. Nur bei 16 Prozent der Unternehmen liegt eine solche Strategie vor. Ein Rückstand zu den Vergleichsmärkten: Da liegt der internationale Durchschnitt bei 36 Prozent. 43 Prozent der Unternehmen haben Abteilungen, die eigene KI-Strategien entwickeln – basierend auf unternehmensweite Vorgaben. Bei 27 Prozent der Unternehmen entscheiden die Abteilungen ohne Abstimmung mit der Geschäftsführung über ihre KI-Strategie, während vier Prozent gar keine verfolgen.

Die größten Herausforderungen: Misstrauen in KI und Fachkräftemangel

Die Studie zeigt auch, dass es Misstrauen gegenüber Künstlicher Intelligenz gibt. Die größten Bedenken betreffen den Datenschutz und die Datenqualität. Diese Sorgen herrschen in Deutschland und im Ausland gleichermaßen vor.

Weitere Schwierigkeiten ergeben sich bei der Einbindung von Künstlicher Intelligenz in bestehende Prozesse. Hohe Entwicklungskosten und der Mangel an Fachkompetenzen erschweren die Nutzung von KI. 62 Prozent der Unternehmen gaben an, über nicht genügend KI-Kenntnisse im eigenen Haus zu verfügen.

Trotz Fachkräftemangel und der fehlenden Unternehmensstrategien zeigt sich die Studie optimistisch. Milan Sallaba, Partner und Leiter des Technology Sectors bei Deloitte, betont dass Deutschland als KI-Standort noch nicht abgehängt sei. Deutsche Unternehmen hätten bereits einen Mehrwert für KI für die eigenen Produkte und Dienstleistungen entdeckt und seien die ersten Schritte erfolgreich gegangen.