ReisenSo sehr hat die Pandemie den Tourismus getroffen

Geschlossenes ReisebüroIMAGO / Karina Hessland

#1 39 Prozent weniger Übernachtungen

Der Sommer 2021 wird für viele Tourismusbetriebe zur Überlebensfrage. Denn 2020 war ein Katastrophenjahr für die Branche. Sie verzeichnete laut dem Statistischen Bundesamt 39 Prozent weniger Gästeübernachtungen als 2019. Der Einbruch fiel in der Weihnachtssaison besonders stark aus. Im Dezember wurden 6,7 Millionen Übernachtungen registriert, mehr als drei Viertel weniger als im Vorjahresmonat. „Von den etwa 52.000 statistisch erfassten Beherbergungsbetriebe hatten im Dezember lediglich rund 60 Prozent beziehungsweise 31.000 geöffnet. Das waren noch einmal gut ein Viertel (25,4 Prozent) weniger im Vergleich zum November 2020 mit 38.800 geöffneten Betrieben“, teilten die Statistiker mit.

#2 Reiseanbieter: minus 61 Prozent

Die anhaltenden Reisebeschränkungen haben sich 2020 enorm auf die Umsätze in der Tourismusbranche ausgewirkt. Die Umsätze von Reisebüros, Reiseveranstaltern und Reservierungsdienstleistern lagen von Januar bis September 2020 kalender- und saisonbereinigt 61 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums, wie das Statistische Bundesamt im Januar 2021 mitteilte. „Besonders groß war der Umsatzeinbruch im zweiten Quartal des vergangenen Jahres, in das ein großer Teil des ersten Corona-bedingten Lockdowns fiel: Von April bis Juni 2020 setzte die Branche 91 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum.“ Im dritten Quartal schwächte sich der Rückgang demnach etwas auf minus 75 Prozent ab.

#3 Plus für Campingplätze

Die Corona-Krise hat Hotels besonders getroffen. Sie verzeichneten mit Gasthöfen und Pensionen im  Sommerhalbjahr 2020 rund 40 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum. „Dagegen konnten die Anbieter von Ferienhäusern und -wohnungen ein leichtes Plus an Übernachtungen von einem Prozent verzeichnen“, berichtete das Statistische Bundesamt. „Ein ähnliches Bild zeigen die Übernachtungszahlen der Campingplätze in Deutschland: Sie konnten von Mai bis Oktober 2020 das Fernbleiben ausländischer Gäste durch ein Plus von inländischen Gästen kompensieren und verzeichneten so insgesamt einen Anstieg der Gästeübernachtungen um sechs Prozent.“

#4 Berlin leidet besonders

Die Krise in der Tourismusbranche wirkte sich in den Bundesländern unterschiedlich stark aus. „In Mecklenburg-Vorpommern nahmen die Übernachtungen am wenigsten ab, in Berlin am stärksten“, teilten die Statistiker mit.

 


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